Thomas "Shorty" Tauporn

Deutsche Meisterschaft Wuppertal

03.12.2011

Nach dem platzierungsmäßig gelungenen internationalen Abschluss in Barcelona kam nun eine Woche darauf die deutsche Meisterschaft in Wuppertal. Mit der DM hatte ich ja die letzten Jahre so meine Problemchen.
Wir reisten Freitagabend mit einem riesigen gemieteten Reisebus nach Wuppertal (coole Idee Georg). Zusammen mit Eltern, Wettkämpfern, und Fans war es eine richtig coole Stimmung in unserem Teambus. Definitiv ein cooler Auftritt des Baden- Württembergischen Landeskaders.
Im Halbfinale war noch alles super, ich konnte die lange Route ohne größere Probleme toppen und somit als erster ins Finale einziehen. In der Finalroute von Jonas Baumann und Christian Bindhammer, die an dem gesamten Wochenende einen wirklich guten Job abgeliefert haben, lief es dann irgendwie von unten an nicht so rosig und es kam wie die Jahre zuvor, ich wurde Zweiter. An was es lag weiß ich nicht so richtig. Vielleicht war ein klein wenig Nervosität mit im Spiel.
Der deutsche Vizemeister ist nicht schlecht, gar keine Frage, doch irgendwann will ich das Ding auch mal gewinnen. Dieser Titel will nicht so wirklich klappen. Doch kaputt machen kann diese kleine Niederlage die absolut geile Saison auf gar keinen Fall. Den Titel hat schließlich Sebastian Halenke gewonnen, dem ich an dieser Stelle wirklich glückwünchen möchte. Er hat absolut verdient gewonnen und an diesem Abend in Wuppertal hatte er die Nase vorne.
Die Ausbeute für den Landeskader Baden Württemberg war noch nie so gut wie dieses Jahr und an dem Tag darauf bei der deutschen Jugendmeisterschaft. Wir hatten viele Podiumsplätze zu verbuchen, die auf der Heimfahrt natürlich noch kräftig gefeiert wurden.

Für mich ist die Wettkampfsaison nun vorbei und ich gehe in meine verdiente Winterpause um nächstes Jahr wieder richtig anzugreifen. An dieser Stelle möchte ich allen Danken, die diese erfolgreiche Saison ermöglicht haben. Erwin Marz, mit dem ich nun schon viele Jahre zusammenarbeite, ohne ihn wäre vieles nicht möglich. Ich möchte mich auch bei meinen Eltern, meinen Freunden und vor allem meiner Freundin bedanken, die viel mit mir mitmachen müssen.
Auch bei meinen Sponsoren adidas, Climb X und Kollektiv-Sports möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung und die Zusammenarbeit bedanken.

Danke an alle die, diese Saison ermöglich haben und die an mich geglaubt haben.

Danke


Weltcup Barcelona

26.-27.11.2011

Die Weltcupsaison neigt sich dem Ende zu. Der letzte Weltcup in der Saison 2011 findet unter spanischer Sonne in der Millionenstadt Barcelona statt. Nach dem wirklich gelungenen Weltcup 2009 hatte ich große Vorfreude auf einen schönen Saisonabschluss. Tja so kann man sich täuschen.

Von Stuttgart aus flogen Erwin und ich Freitagfrüh nach Barcelona. Während bei uns morgens fleißig die Windschutzscheiben gekratzt werden, herrscht dort noch ein sehr angenehmes Klima. (um die 20 Grad) Die Location war echt ganz nett, direkt am Strand und alles in Laufnähe. Der Wettkampf lief zu Beginn noch recht ok, zwar war es in der Halle unerträglich kalt und es ging ein ganz ekelhafter Zug durch die ganze Turnhalle, in der eine ziemlich kleine Wand aufgebaut war, aber es war alles noch in einem angemessenen Rahmen. Das änderte sich jedoch bald. Denn dieser Wettkampf sprengte sämtliche negative Rahmen.
Die Finalroute(n) stellte sich als eine der schlechtesten Routen in der ganzen Saison dar. Leider konnte mich im Livestream keiner sehen, denn der Kameramann hat wohl kurz gepennt als ich dran war. Der gesamte Livestream, wie mir viele zu Hause berichteten war einfach nur schlecht.

Ich bin 6. geworden. Für mich eine super Platzierung, mit der ich mein bisher bestes Gesamtweltcupergebnis sicherte. 7.Platz. Einfach genial.

Nach den langweiligsten Finalrouten in diesem Jahr, nach dem lahmsten Publikum (Mitschuld trägt Moderation, Licht und Musik) in dieser Saison, nach dem Rausschmiss aus der Coaching Zone (Sitzmöglichkeit für die Trainer und deren Finalathleten) durch einen Gummiknüppel schwingenden Sicherheitsmann (nicht einmal umziehen durfte man sich), nach 2 Stunden zwischen Finale und Siegerehrung, nach dem die Offiziellen nicht einmal in der Lage waren die Ergebnisliste der Gesamtwertung an die Wand zu nageln, nach dem falsche Hymnen gespielt wurden, nach dem die Siegerehrung ständig unterbrochen wurden (nur noch 20 Zuschauer), nach dem während der Siegerehrung und der Hymnen schon der komplette Abbau der bestuhlten Halle begonnen hat und nach dem die Athleten wie Dreck behandelt wurden, haben es die Spanier geschafft, den finalen Weltcup, welcher eigentlich der spanneste und spektakulärste sein sollte, so richtig zu versauen. Eine Respektlosigkeit gegenüber allen Athleten. Sämtliche Wettkämpfer, Trainer, Physiotherapeuten und Fotografen waren geschlossen stinksauer und enttäuscht von so einem blamablen Fiasko.

So zu Olympia?


Weltcup Kranj

19.-20.11.2011

Seit nun schon 15 Jahren ist Kranj regelmäßig Station des Leadweltcups.
In den vergangenen Jahren war Kranj meistens der Abschlusswettkampf. Dieses Jahr jedoch ist nicht Kranj, sondern Barcelona das Finale der Saison. Auch wenn der Gesamtsieg schon vergeben ist, ist der letzte Weltcup immer nochmal eine spannende Sache. Außerdem ist es in Spanien definitiv wärmer und einen Strand ist auch noch in Laufnähe zum Hotel. Das kann Kranj leider nicht bieten. Am Freitag ging es früh morgens los. Selina und ich wurden in Kirchheim von Erwin und Markus aufgegabelt und dann fuhren wir direkt nach München, wo es mit dem DAV Bus weiter nach Slowenien ging. Nach Kilometerlangen Tunnel (gefühlt huderte von Kilometern)und unzähligen Mautstellen waren wir dann im kalten und nebligen Kranj (Minusgrade und kaum 50 Meter Sicht). Der Zeitplan in Kranj sieht ein wenig anders aus als bei den restlichen Weltcups. Hier sind Qualifikation und Halbfinale an demselben Tag und das Finale dann an dem Tag darauf.

Vorteil ist, man hat zwei Abendveranstaltungen (leider war das Halbfinale nur recht dürftig besucht), Nachteil ist, es ist furchtbar anstrengend. Nach den beiden Qualifikationsrouten ist man eigentlich auf Hotel, Essen, Bett eingestellt, aber hier geht das nicht.

Die beiden Qualifikationsrouten waren für meinen Geschmack unten ein wenig zu leicht, das meiste entschied sich auf den letzten Metern und an ungefähr zwei, drei Griffen. Relativ mittelmäßig zog ich ins Halbfinale ein (als 18.). Die Einstellung war wie in jedem Halbfinale ganz klar, Finale! Die Isolation muss man sich vorstellen wie eine Art Keller. Ein langer, kalter und enger Gang zieht sich durch die Mehrzweckhalle. Die Luft dort hat dementsprechende Qualität, wenn sich 60 Leute die Aufwärmwand teilen. Griffemäßig kann man sich in Kranj absolut nicht beschweren. Dort ist immer das neuste Material verschraubt, welches es auf dem Markt gibt (meistens Lapis).
Da könnte sich Changzhi ein zwei Griffe mal ausborgen.
Leider war die Halbfinalroute ziemlich ungünstig um wie in meinem Fall viele Plätze aufzuholen. Wie in den Qualis entschied sich viel an derselben Stelle kurz vor dem Top, an der ich wie Magnus Mitboe die Segel streichen musste. Ich bin schließlich mit meinem zehnten Platz super zufrieden und richtig happy, denn jetzt sollten die Top Ten im Gesamtweltcup auch sicher sein. Im Gegensatz zu den Herren von bergleben.de finde ich, dass ein zehnter Platz eine klasse Platzierung ist, über die man sich freuen kann.

Jetzt kann ich ganz entspannt am Freitag nach Barcelona fliegen und nochmal eine gute Platzierung raushauen.


Weltcup Valence

28.-29.10.2011

Nach meinem weniger erfreulichen Abschneiden 2009 bei der Jugendweltmeisterschaft in Valence kommt dieses Jahr nun der zweite Anlauf und ein neues Zusammentreffen zwischen mir und der uralten Strukturwand von Valence. Per Flugzeug reisten Markus Jung, der die nächsten Weltcups in Kranj (SLO) und Barcelona (ESP) ebenfalls mitmachen wird, und ich von Frankfurt aus nach Lyon, wo uns Christoph mit einem Mietwagen abholten. Kleines Durcheinander schon am Start gab es, da das Parkticket verschwunden war und wir kurze Zeit Gefangene des Lyoner Flughafenparkplatzes waren. Zum Glück spricht Christoph fließend Französisch und konnte uns sicher und auf legaler Weise auf die andere Seite der Schranke bringen. Nach einer Stunde Fahrt waren wir auch schon in Valence
(um die 65 Tausend Einwohner). Nach wenig Schlaf dank einer Party (gefühlt direkt) vor unserem Fenster und einer Trommelrunde oder einem Topfschlagwettbewerb im 3. Stock, also genau über unserem Zimmer; mussten wir früh raus zur Qualifikation (06:30), was Markus als Unzumutbar empfand.
Markus und ich zogen beiden sicher ins Halbfinale ein (ich 10. und Markus 18.). Trotz meiner Grippe, welche ich die Tage davor noch mit mir rumgetragen habe fühlte sich mein Klettern doch recht gut an, was sich auch im Halbfinale wiederspiegelte. Einfach fantastisch, seit China bin ich nicht mehr ins Finale eingezogen und es ist einfach geil hier in Frankreich den Finaleinzug zu packen. Hier wird eine Show geboten, die es nirgendwo anders bei einem Weltcup gibt. Die Zuschauer tobten in der völlig ausverkauften Halle. Ich saß als zweiter Starter hinter der Wand und wartete auf meinen Einsatz. Normalerweise hab ich meine Kopfhörer drauf und hör Musik, doch in diesem Fall war das gar nicht möglich, denn meine Mp3 Player schaffte es nicht das Publikum zu übertönen.
Keine Chance, es kam nicht ein Laut an meinem Ohr an. Das beste Publikum und natürlich der beste Moderator(Christoph ist bei jedem Weltcup der Mann am Mikrofon), dass ich bei einem Weltcup je erlebt habe

Ich wurde Vierter, genial!

Hier in Frankreich wird das Klettern einfach anders angesehen. Die Leute sind völlig aus dem Häuschen und es wird eine Show gemacht, die einfach nur geil ist. Jeder der den Livestream geschaut hat, weiß von was ich rede. Man wird einfach als Weltklassesportler angeschaut und das fühlt sich einfach gut an.

Jetzt geht es dann noch nach Kranj und direkt anschließend zum Abschlussweltcup nach Spanien


Weltcup Boulder (Colorado)

08.-09.10.2011

Seit langer Zeit, genauergesagt seit mehr als 20 Jahren gibt es nun endlich wieder einen Weltcup in den Vereinigten Staaten. In Boulder (Colorado), im Westen des großen Kontinents ist die nächste Station des Weltcupzirkus. Das kann schon ein wenig verwirrend sein, wenn in der Stadt Boulder ein Leadweltcup stattfindet. Nach meinem kleinen Ausrutscher in Puurs, bin ich super motiviert und mit einem echt guten Gefühl an den Start gegangen.
Doch erst mal von Anfang an.
Um uns ein wenig an die Zeitumstellung zu gewöhnen und uns zu akklimatisieren sind wir am Dienstag (4.10) schon einmal in die Staaten geflogen. Nach Las Vegas, in die Stadt der Casinos, Luxushotels und Stretchlimousinen. Zwei Tage hatten wir dort eingeplant. Ich hab die meiste Zeit damit verbracht mir die wirklich imposanten Gebäude und luxuriösen Casinos anzuschauen. Schon alles ziemlich abgedreht dort. Besonders beeindruckend war definitiv das New York New York Hotel, wo wir die zwei Tage residierten und dessen abgefahrene Konstruktion. Die haben einfach mal kurz die Skyline von New York nachgebaut davor noch die Freiheitsstatue und die Brooklyn Bridge gestellt. Genauso verrückt war das Venetian, wo die Kanäle von Venedig mit dem Grande Canal, dem Markusplatz und der Rialto Brücke nachgebaut wurden. Auch die Gondeln mit den singenden Gondolieri fehlten nicht. Ich hatte schon viel zu erleben in Las Vegas. Es war auch wirklich ein klasse Erlebnis die Attraktionen auf dem 300 Meter hohen Stratosphere Tower zu fahren. (Freefalltower und ein wirklich angsteinflößendes Kippdingsbums wo man denkt, dass man jetzt gleich mit seinem Wagen in die Tiefe rauscht. Alles in allem ein cooles Erlebnis, aber ich war ja nicht nur für Las Vegas in Las Vegas. Ein wenig Training in der echt guten Kletterhalle dort musste natürlich auch sein. Nach zwei Tagen Aufenthalt ging es am Freitag dann nach Denver (1,5 Flugstunden), von wo aus wir mit dem Mietwagen in das einstündig entfernte Boulder fuhren.

Der Wettkampf fand in einer recht kleinen, aber doch echt coolen Kletterhalle statt. Kurze Wand, kurze Routen, riesengroßer Aufwärmbereich. Der Wettkampf war durchweg anspruchsvoll und fordernd geschraubt. Die Qualifikation war glaub ich so gut besucht wie bei keinem Weltcup zuvor und die „Crowd“ machte in allen Runden, das heißt Quali, Halbfinale und Finale eine dermaßen geile Stimmung wie ich sie selten erlebt habe. Aufgrund eines blöden Fußrutschers bin ich „nur“ als 8er ins Halbfinale eingezogen, sonst wär definitiv noch einiges nach vorne drin gewesen.

Beim Halbfinale entschied sich der Finaleinzug an einem einzigen Griff. Man kann jetzt streiten, ob ich diesen gehalten habe oder nicht (Ich finde schon!) Die Jury hat aufgrund eines Einspruchs von Seiten der USA (war natürlich blöd das es dabei gerade um einen Amerikaner ging), dass ich kein Gehalten gewertet bekomme und ich war somit wiedermal auf meinem verhassten und schon viel zu oft belegten neunten Platz.
Der neunte Platz ist zwar sehr ärgerlich, vor allem wenn es so knapp und fragwürdig zu geht wie in Boulder, doch nichts desto trotz bin ich jetzt auf den 6. Platz in der Gesamtwertung gestiegen, was mich sehr motiviert und freut.


Weltcup Puurs

01.10.2011

Der Bericht von dem Weltcup in Puurs wäre wohl schon längst online, doch meine Freundin und ich hatten einen mittelschweren Autounfall. Verletzt wurde zum Glück keiner, außer ein paar kleinere Blessuren sind alle heil davon gekommen und das ist das Wichtigste. Mein Auto ist zwar völlig hinüber (völlig heißt wirklich völlig), aber Hauptsachen keiner wurde verletzt. Wir hatten aber definitiv viele Schutzengel auf unserer Seite, denn die ganze Geschichte hätte auch ganz anders ausgehen können.

Jetzt aber zu Puurs.
Puurs entwickelt sich so langsam zu meiner kleinen Hassliebe. Eigentlich gibt es gar nicht so viel zu sagen. Ich bin ohne groß zu überlegen und auch gar nicht mit dem Gedanken, dass ich da fallen könnte, an ein Tickmark an einer Struktur gezogen, wo leider kein Griff dahinter war, der war nämlich 20 Zentimeter weiter unten. Man könnte jetzt wild die Routenbauer beschimpfen und auf die Barrikaden gehen und doch würde es nichts bringen, es ist und bleibt einfach nur ärgerlich. Nicht nur mir ging es so, sondern auch Romain Desgranges und Edu (ESP). An einer Stelle, wo keiner von uns gefallen wäre und auch keiner überhaupt ins Nachdenken gekommen ist. Ich hab‘s abgehakt und ärger mich zwar noch ein wenig über die Art des Scheiterns, aber ich denke das ist Sport. Mal ist man oben und mal unten, mal passieren einem total dumme und unnötige Sachen und ein andermal hat man halt Glück. Da wird die Welt schon nicht untergehen und ein 19. Platz ist jetzt auch nicht total Panne.
Deshalb heißts, Angriff in Boulder (Colorado) !


Weltcup Changzhi

07.-08.09.2011

Zwei Tage in China können einem schon unendlich lange vorkommen, doch Gott sei Dank ging es nach zwei Tagen Aufenthalt in Changzhi endlich mit dem Weltcup los. Die Qualifikation stand auf dem Programm (Mittwoch). Uns wurden zwei viel zu leichte und meiner Meinung nach auch lieblos geschraubte Qualifikationsrouten vorgesetzt. Die Schraubercrew aus Italien (Donato und Leonardo), die auch in Xining geschraubt hat, überzeugte mich bis jetzt nicht wirklich. Egal, ich konnte zusammen mit 16 anderen beide Qualifikationsrouten toppen und somit auf Platz eins ins Halbfinale einziehen.

Das Halbfinale war deutlich schwerer, zwar immer noch der gleiche rechts-links Style, doch die Route war generell schon ok. Zusammen mit Ramon zog ich als fünfter ins Finale ein, ich freu mich riesig, dass es jetzt schon das zweite Mal in Folge für die Runde der besten 8 gereicht hat.
Zu den Griffen ist noch zu sagen, Antik! Ich hab noch nie solche alte, unförmige und komische Griffe in der Hand gehabt. Dies kann man jedoch den Routenbauern nicht vorhalten, denn ich denke das waren noch die besten die sie gefunden haben. Aber definitiv nicht auf Weltcupniveau!

Im Finale bot sich uns eine brettharte und von unten an schwere Route, was mir super reinlief, leider hab ich an einer entscheidenden Stellen zu lange mit der Exe gekämpft (so ein Mist Ding), sodass ich nur noch eine Bewegung vom Griff hab machen können. Dieselbe Höhe erreichte auch Sachi (Japan), womit er vor mir war, aufgrund des besseren Halbfinalergebnisses und mich auf den undankbaren vierten Platz schob. Diesmal passte zwar unsere Finale, jedoch dass der Damen war dafür genauso schlimm wie das unsere in Xining. Drei Tops, Mina, Maja und Ja-In. Mein vierter Platz war für mich ein super Ergebnis, obwohl ich gern auf dem Podium gestanden hätte. Worüber ich mich aber noch mehr gefreut habe, als über das coole Ergebnis, ist dass es am nächsten Tag endlich nach Hause gehen sollte.

Die Rückreise war mal wieder furchtbar anstrengend. Schon in Changzhi hatten wir 3 Stunden Verspätung auf Grund schlechter Sicht. Für jeden der schon mal am Allgäu-Airport in Memmingen war, dieser Flughafen ist definitiv noch kleiner. Man hält es kaum für möglich. Wir verpassten daraufhin unseren Anschlussflug in Peking nach Frankfurt und nach unendlichen 13 Stunden Aufenthalt und vielen anstrengenden Diskussionen mit der Airline (Air China) bekam ich einen Ersatzflug in die Heimat. Dort gab es dann erst mal Schnitzel mit Pommes, das erste normale Essen seit mehr als einer Woche. (Das Essen in China bezeichne ich nicht als normal.)


Aufenthalt Changzhi

05.-06.09.2011

Wie schon am Ende des letzten Berichts erwähnt, ging ich heute (Montag) auf Erkundungstour.
Mit dem Taxi fuhr ich in die Stadt, vorher lies ich mir aber sicherheitshalber nochmal alle Orte, die ich noch einmal brauchen könnte (Shopping Street, Hotel, Supermarket) in Chinesisch auf einen Zettel schreiben. Dies wird mir, wie sich herausstellte später noch ganz schön weiterhelfen. Es ist schon ein komisches Gefühl allein in einer riesengroßen, meist unzivilisierten und verdreckten Stadt unterwegs zu sein. Zu zweit fühlt man sich da schon wohler, denn man sollte nicht auf die Idee kommen, eine chinesische Großstadt mit einer europäischen zu vergleichen.
Jedoch ist das für mich ja nicht der erste Chinatrip und so fand ich in alter Manier natürlich gleich die besten Shoppingecken, wobei das in Changzhi nicht wirklich schwer ist. Man hat ein wenig das Gefühl, dass die ganze Stadt ein einziger riesiger Fakemarkt ist. Überall Schuh-und Taschenläden. Entweder man verkauft hier Schuhe und Taschen, oder die andere Alternative wäre, man hat einen kleinen komischen, unhygienischen und stinkenden Essenstand mit widerlich ausschauendem Getier auf Spießen. Alles was irgendwie zu Fassen war wurde aufgespießt und auf den Grill geworfen, so sah das ungefähr aus. Es dauerte nicht lange, da war ich völlig orientierungslos. Überall dieselben, gleich ausschauenden Läden und überall dudelt die gleiche nervtötende Musik. Was gerade in dieser Stadt extrem auffällig ist, man wird überall angestarrt und angeglotzt, als ob man von einem anderen Stern kommt. Oft zeigen sie auch mit dem Finger auf einen und lachen einen aus und das ist auf Dauer sehr anstrengend und nervig. Als ich mich gar nicht mehr in dem Labyrinth aus Läden und stinkenden Essensständen zu Recht fand, war da zum Glück ja noch der Zettel mit den unlesbaren Zeichen drauf. Ein Taxi war schnell gefunden, denn die gibt’s hier wie in jeder chinesischen Großstadt, wie Sand am mehr und so bin ich wieder gut im Hotel angekommen (Kosten: ca.70 Cent für 10 Minuten Fahrt). Ziemlich teuer!

An China ist ja so einiges komisch (dass ich kein Chinafan bin ist denk ich den meisten bekannt und müsste schon ab und zu mal rüber gekommen sein), aber auf der Fahrt zurück ins Hotel viel mir eines besonders auf. Wenn man allein die Autos und sonstige Fahrzeuge anschaut, die dort rumfahren erkennt man sofort, dass es in China eigentlich nur zwei Volkschichten gibt. Stink reich und Bettelarm. Da steht ein dicker Lexus oder Buick neben einem VW Santana(Taxi), der sich im Übrigen seit neustem in Deutschland Oldtimer nennen darf. Ein aufgemotzter BMW X6 neben einem Eselkarren. Während die einen im Geld nur so schwimmen, kratzen die anderen das Essbare vom Boden in den Slums auf. Ebenso fraglich ist die medizinische Versorgung, die uns schon seit letztem Jahr sorgen macht, denn die Wettkämpfe sind nicht in Metropolen wie Peking, Honkong oder Shanghai, sondern mitten in der Provinz, wo Hygiene ein Fremdwort ist und ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Krankenhaus anders ausschaut wie die Fleischtheke Supermarkt (und die war wirklich schlimm). Das ist auch mein Hauptkritikpunkt an Wettkämpfen in China und darüber sollte sich vielleicht auch die IFSC mal Gedanken machen. Wahrscheinlich endet ein gebrochener Arm dort in einer Amputation, eine Lappalien kann zum lebensbedrohlichem Problem werden und wer glaubt ich übertreibe, der irrt.

Am Dienstagabend gab es dann noch wie auf jedem Weltcup in Asien ein Welcome Dinner, da ich mir aber schon nach der WM damals in Xining abgewöhnt habe in China oder ähnlichen Ländern auch nur den kleinsten Krümel zu essen, viel das für mich flach. Nachdem ein Teller, garniert mit einem kleinen süßen, frittierten Vogelkopf kam entfernte ich mich vom Buffet.


Weltcup Xining

02.-03.09.2011

Mit unermesslich großer Vorfreude (siehe Bericht letztes Jahr) mussten wir (Erwin und ich), des Gesamtweltcups wegen, mal wieder in unser beider Lieblingsland, China. Von Frankfurt startete unser Abenteuer, um 20:15, wenn normal alle anderen vor der Klotze hocken und Tatort schauen, saßen wir schon im Boeing 747-400 von Air China. Ziel Peking. Wir waren sehr überrascht, denn der Flug war mal so richtig angenehm, keine Turbulenzen, keine schreiende Kinder oder dummfragende Rentner (siehe ebenfalls Bericht von letztem Jahr). Alles schien zu funktionieren, haaa zu früh gefreut, denn es kam ja noch der Flug nach Xining und der war, mal abgesehen davon dass er eine Stunde Verspätung hatte, mal so richtig wackelig unterwegs. Eine Achterbahn von Start bis Landung. Wir kamen so gegen 18:00 am Donnerstagabend in Xining an. Noch zu wissen gilt es, dass der Weltcup dieses Jahr nicht in der Stadt, sondern auf dem Quinghai Plateau außerhalb von Xining auf 2.200 Meter Höhe stattfindet. Jetzt hieß es Busfahrt. Angegeben waren 3 Stunden, so rechneten wir also mit unserer Chinaerfahrung mit 5 Stunden, dass es dann 4 1/2 waren war also schon wieder gut für chinesische Verhältnisse. Nach Angaben unsere Volunteerdame Tanja (so nannten wir sie einfach, weil der Name für uns unaussprechlich war) sind es nur 100 Kilometer, aber da die Straße so „hart“ sei brauche man so lange, was nicht gerade für die beste Gegend spricht.

Früh ging es Freitagmorgens wieder raus zur Qualifikation und durch die späte Ankunft am Vorabend waren wir ziemlich gerädert. Zur Quali an sich gibt’s nicht viel zu sagen. Zwei Routen, zwei Tops.

Am Nachmittag stand dann Powershopping auf dem Plan, mit unserer Volunteerdame und unserem persönlichen Taxifahrer ging es auf große Shoppingtour. Tanja übersetzte und trug nach jedem Einkauf die vollen Taschen zum Taxi, welches jeweils von Laden zu Laden (ca. 10-15 Meter auseinander) neben uns her fuhr, damit wir nicht so weit laufen müssen. So muss es sich anfühlen, wenn Paris Hilton einkaufen geht, nur dass hier die Schuhe im Schnitt so um die zwei Euro kosten.

Im Halbfinale weiß ich selber nicht genau was mit mir los war, auf einmal war ich halt weg. Zum Glück reichte es grade noch also achter ins Finale. Puuuh! Als erster im Finale kletterte ich dann gleich mal bis 3 Züge vor Top. Leider war die Finale Route von Leonardo di Marino und Donato Lella, (beide aus Italien und jährlich die Schrauber des Rockmaster) einfach so richtig daneben. Mir ist unverständlich (allen anderen auch) wie so ein böses Foul passieren kann. Die Route bekam 4 Tops und ein Top minus. Somit war ich 6, mit dem ich aber schon zufrieden bin.
Super Platzierung für mich und ordentlich Punkte für den Gesamtweltcup.

Am Sonntag ging die Reise dann weiter zum Weltcup nach Changzhi, etwa eine Flugstunde südlich von Peking. In Xining musste mich Erwin leider verlassen. Er musste nach Hause. Den nächsten Weltcup bzw. die nächsten vier Tage werd ich allein unterwegs sein. Schon am Flughafen von Xining begannen die Probleme. Mein Flug hatte etwa ein Stunde Verspätung, der in Peking ungefähr zwei und somit summierte sich die ganze Rumsitzerei auf eine viel zu lange Zeit. Ich war schließlich erst nachts um zwei im Hotel. Völlig Ko und gerädert vom ganz rumsitzen, fliegen und nichts tun. Überraschung war, dass ich auf einmal mit Gauthier (FRA) im Zimmer sein sollte. Da ich aber wenig Lust hatte auf stundenlange Diskussionen an der Rezeption hatte und er auch nicht, war das für uns ok. Am nächsten Tag klärte sich dann zum Glück alles. Mit viel Reden und darauf drängen, dass ich das Zimmer haben möchte das ich gebucht habe bekam ich mein gebuchtes Einzelzimmer.
Am Mittwoch geht es mit dem Weltcup los, solange wird ich ein wenig die Stadt erkunden.


Weltcup Briançon

29.-30.07.2011

Nach dem Testlauf letzten Jahres in Briançon, wo üblicherweise das Serre Chevalier Masters stattfindet, bekam die Stadt nahe der italienischen Grenze, welche bestimmt viele kennen, die mal auf dem Weg nach Ceüse dort durchgekommen sind, einen Weltcup in der diesjährigen Saison.
Ich fühlte mich ziemlich geschafft von der WM und den vorigen Wettkämpfen, dazu kommt noch, dass traurigerweise am Donnerstagmittag eine Beerdigung in der Familie stattfand, wo ich nicht fehlen wollte bzw. es für persönlich mich gar nicht erst in Frage kam dort zu fehlen. Selina und ich sind deshalb erst ziemlich spät nach Briançon aufgebrochen, wo wir dann mitten in der Nacht, nach mehr als 8 Stunden Fahrt ziemlich müde und erledigt angekommen sind Mir war schon bewusst, dass ich ein wenig verpennt in die Qualifikation (freitagmorgens um 08:00!) einsteigen würde, aber das Risiko bin ich eingegangen und es hat glücklicherweise auch hingehauen. Im Halbfinale ärgerte ich mich mal wieder, ähnlich wie in Chamonix, einmal kurz mit dem Kopf nicht bei der Sache, mich zu schnell für eine Aktion entschieden und au revoir Finale. 13. Platz! Vielleicht war die letzte Zeit doch anstrengender als ich mir selber eingestehen will.

In der idyllischen Altstadt (die völlig im Gegensatz zur absolut hässlichen Innenstadt steht), gibt es ein Meer an kleinen Restaurants und Bars, die landestypische Spezialitäten anbieten (nein keine Froschschenkel und Schnecken), sondern das was dann noch übrig bleibt, nämlich Crêpes und die in allen Variationen. Zwar für saftige Preise (15€),aber dafür echt lecker.
Den wettkampffreien August nutze ich sicherlich einerseits um mich zu erholen, andererseits aber auch für das Training, um im September wieder richtig anzugreifen.


WM Arco Lead/Speed/Duell

20.-24.07.2011

Meine Bouldervorstellung ist ja schon mal ganz gut gelungen und so bin ich mit einem ordentlichen Gefühl in die Leadquali eingestiegen. Leider hatte ich noch ziemlich die Bouldergeschichte in den Armen, deshalb tat ich mir ein wenig schwer in den beiden Qualis. Nichts desto trotz bin ich ins Halbfinale eingezogen und dort werden die Karten sowieso immer neu gemischt. Wir machten uns einen entspannten Ruhetag, um dann Samstag mit richtigem Schub ins Halbfinale zu starten. Kurz vor dem Halbfinale musste ich noch im Speed antreten, damit ich in die Overallwertung komme. Es war von vorneherein klar, dass ich beim Speed ohne großen Trainingsaufwand nicht richtig punkten werde, somit war ich zwar bester Overallstarter im Speed (um die 10 Sekunden), aber trotzdem nur 43er.

Eigentlich haben Erwin und ich uns letzes Jahr ja geschworen keinen 9. Platz mehr einzufahren. Leider hat das nicht so geklappt, was wir uns da vor genommen haben, denn ich verpasste das Finale mal wieder um nur einen Platz. Klar, ist es eine super Platzierung, aber eine verdammt ärgerliche. Mit diesem ärgerlichen neunten Platz war mir jedoch eine Medaille im Overall sicher.
Der Routenbau (Lead) in Arco war meines Erachtens ein ganz großer Rückschritt im Wettkampfklettern. Oldschool war das Motto der Weltmeisterschaft. Leistenzerren bis es nicht mehr geht. Spektakel und schwere Boulderstellen gleich null. Wahrscheinlich hätten Yuji Hirajama, Lynn Hill und Francois Legrand (die als Ehrengäste eingeladen waren) auch noch mitmischen können. Vielleicht war es auch die gleiche Route vom Rockmaster 1998, die zufällig noch auf der Wand angezeichnet war.
Der Organisator war gleichzeitig Jurypräsident, Delegate und Judge in einem und hatte so ziemlich überall seine Finger mit im Spiel, was die Athleten und Coachs aller Nationen extrem störte. Und da er den gesamten Wettkampf nach dem Fernsehsender richtet, musste jeder hüpfen und springen wie er gerade wollte. So kam es zum Beispiel zu dem ungefähren Wortlaut von seitens der Verantwortlichen zum deutschen Speedcoach Johannes Lau „du kannst gerne einen Einspruch machen, aber der wird definitiv abgelehnt werden, weil jetzt das Fernsehen läuft.“
Da dort in Arco auch das jährliche Rockmaster stattfindet, darf natürlich das Duell nicht fehlen. Ich find es ist ein cooler Modus der Zukunft hat. Ich wusste auch, dass das Duell mir ganz gut liegen würde, aber dass ich gleich zweiter werde, damit hab ich nicht gerechnet.
Es hat definitiv Spaß gemacht!

Ein großes Dankeschön gilt denen die extra nach Arco gefahren sind und mich dort in jeder Runde hochgebrüllt haben und natürlich denen, die am Livestream gezittert und mit gefiebert haben.

Meine Ausbeute bei der WM kann sich sehen lassen, 6.Platz Bouldern, 9.Platz Lead, 2. Platz und somit Vizeweltmeister im Overall und noch den zweiten Platz im Duell, den Platz im Speed unterschlag ich jetzt mal einfach.

So kann es weiter gehen!


WM Arco - Bouldern

15.-17.07.2011

Von Chamonix aus ging die kleine Wettkampftournee ohne Umwege weiter ins italienische Klettermekka, nach Arco am Gardasee. Arco ist absolut mein Favorit wenn es um Kletterurlaub geht. Man kann einfach stundenlang durch die Stadt schlendern, Eis bei Marco essen, Pizzaecken naschen oder einfach beim Pio im Conti sitzen und einen Cappo nach dem anderen trinken. Ach so und klettern kann man auch noch super.

Dort geh ich dieses Jahr bei der WM im Overall an den Start, was bedeutet, dass ich in allen drei Disziplinen (Lead, Bouldern, Speed) antrete, was wahrscheinlich ziemlich anstrengend wird. Mit nur einem Ruhetag ging es dann Freitagmittag direkt in die Boulderqualifikation. Leider schafften es nur Juliane Wurm und ich vom deutschen Team ins Halbfinale.
Wirklich völlig abgefahren war, dass es mir so gut im Halbfinale lief, dass ich bei der Weltmeisterschaft im Bouldern ins Finale eingezogen bin. Einfach voll genial! Ich stand dann im Finale neben den absoluten Topboulderen wie Dmitry Sharafutdinov, Rustam Gelmanov, Cedric Lachat, Adam Ondra und Kilian Fischhuber. Ich hab mein bestes gegeben, lediglich den ersten Boulder hätte ich vielleicht noch checken können, aber anyway. Ich wurde schließlich sechster, was aber echt egal war, ich hatte einfach so einen riesen Spaß und ich denke vor den circa 6000 Zuschauer (gefühlt viel mehr) hab ich eine ordentlich Leistung hingelegt und mich gut verkauft.
Jule wurde dritte und holte somit seit langem wieder eine WM Medaille für Deutschland.

Bald geht’s zum Lead, wenn es dort gut läuft schaut es ganz gut mit einer Medaille im Overall aus.

Weltcup Chamonix

12.-13.07.2011

Direkt im Anschluss an meinen deutschen Vizetitel im Bouldern am Bodensee ging die Reise weiter nach Chamonix zum diesjährigen Weltcupauftakt. Für mich ist der Wettkampf in Chamonix definitiv einer der schwierigsten Weltcups. Man weiß beim ersten Bewerb nie so richtig wo man steht und wie die anderen drauf sind, deshalb ist der Weltcup am Fuße des Mont Blanc immer wieder eine spannende Herausforderung.

Nichts desto trotz ist es auch der Weltcup mit der besten Show und auf jeden Fall, der mit dem größten Publikum. Ich hatte das Glück 2009 dort zum ersten Mal in meiner Laufbahn in einem Weltcupfinale zu stehen. Wer dort dabei ist kann sich wirklich glücklich schätzen und sich vor mehr als 10 000 Zuschauern beweisen. Das Finale lief dieses Jahr leider ohne mich ab, aber ich bin trotzdem mit meinem 14. Platz ziemlich zufrieden. Ein kleiner Konzentrationsfehler (ärgerlich), so schnell kann es gehen. Die Fitness stimmt jedoch definitiv.

Die Location dort ist einfach phänomenal, im Hintergrund hat man immer den Mont Blanc mit der Aiguille di midi. Mit Sonnenschein wäre es bestimmt noch schöner gewesen, aber mit unserem Glück regnete es von morgens bis abends (Überlingen lässt grüßen). Die Veranstalter waren jedoch ziemlich taff und so konnte der Wettkampf ohne größere Verzögerungen durchgezogen werden.
Chamonix ist einfach immer wieder ein geiler Event. (Auch bei Regen)


Bouldercup Überlingen

09.07.2011

Aufgrund der ziemlich dicht beieinander gelegten Wettkämpfe (Überlingen, Chamonix, Arco), kommt der Wettkampfbericht vom letzten deutschen Bouldercup in dieser Saison ein wenig nachträglich. Ich bin der Meinung, dass das Rennen um den deutschen Meistertitel selten so spannend war wie dieses Jahr. Drei Leute konnten noch gewinnen. Jan Hojer, Stefan Danker und ich.

Der Cup in Überlingen sollte die Entscheidung bringen.
Leider war der Wettkampf Chaos pur! Die Boulder in Halbfinale und Finale waren definitiv zu schwer und nicht gerade kreative Meisterstücke, manch Schiedsrichterentscheidung war äußerst fraglich und der Wettergott meinte es auch nicht wirklich gut mit uns Athleten und so führte alles zusammen zum etwas enttäuschenden Saisonfinale in Überlingen. Jan konnte das Regenrennen für sich entscheiden. Ich freu mich über meinen deutschen Vizetitel und für Jans deutschen Meistertitel, auch wenn ich ganz gern die Nase vorne gehabt hätte.
Gratulation!


Bouldercup Frankfurt

11.06.2009

Die nächste Station des deutschen Bouldercup war nach München und Kitzbühel nun Frankfurt.
In einer riesigen Leichtathletik Halle zauberten Max Wörner, Timo Preußler und Jochen Perschmann echt klasse Boulder in die Wand. Die Probleme waren durchweg, also in Qualifikation, im Halbfinale und im Finale immer Tricky, sehr anspruchsvoll und echt spektakulär zu klettern, was mir natürlich ganz gut reingelaufen ist.

Nach der Quali hat es jedoch angefangen komisch an meiner Leiste zu schmerzen, was ich logischerweise, so wie ich bin ignoriert habe. Aber während und nach dem Halbfinale wurde es immer schlimmer. Treppenlaufen wurde zur Tortur. Ich ließ mich noch kurz vor dem Finale in der Isolation von einem Physiotherapeut behandeln. Beim Klettern beziehungsweise hier ja beim Bouldern, gab es kaum Schmerzen, aber danach umso mehr. Nach jedem Boulder wurde es schlimmer, sodass ich am Ende kaum noch die Schuhe angezogen bekam. In der Erstdiagnose von Alexander Hille (Physiotherapeut) hieß es Zerrung. Hmm, da war wohl irgendein Muskel beleidigt mit mir.
Ich konnte trotz alledem alle vier Boulder klettern oder es in den Worten des Moderators zu sagen „die gesteckten Parcours bezwingen“ und somit den deutschen Bouldercup in Frankfurt vor Jan und Stefan gewinnen. Zuschauermäßig sah es (wieder) ziemlich mager aus. In der Gesamtwertung des deutschen Bouldercups steht es im Moment ganz gut, im Rennen um den deutschen Meistertitel ist jedoch noch alles offen.


Deutschlandcup Regensburg

04.06.2011

Auch wenn ich im Moment ausdauermäßig „noch“ nicht in Topform bin, da ich mich noch voll im Training für die Weltcups befinde, hab ich mich nach langem Überlegen dafür entschieden am zweiten Deutschlandcup dieses Jahr in Regensburg teilzunehmen.
Ich stellte mich schon seelisch und geistig auf ein sehr tropisches Wochenende und eine Hitzeschlacht ein und genau so kam es auch. Die Sonne knallte mit um die 30 Grad oder mehr und die Isolation, die sich draußen befand (kaum Schattenplätzchen) machte diesen Aspekt auch nicht gerade besser. Halb durchgebraten(medium rare) freute ich mich schon richtig, in die etwas kühlere Halle zu kommen. Nichts desto trotz konnte ich in den Deutschlandcup in Regensburg für mich entscheiden. An der Stimmung gab es trotz der wenigen Zuschauer nichts zu meckern und sogar eine nette Tanzeinlage der kleinen Sarah (Tochter von Damaris Knorr) gab es während des Finales zu sehen.
Rund um, ein netter Wettkampf mit einem guten Ergebnis.


adidas is all in

24.05.2011

Ab sofort werde ich von adidas unterstützt, ich bin also an Bord der wohl bekanntesten Sportartikelfirma der Welt, was mich tierisch freut.
Egal, wo man hinsieht, überall sind die berühmten drei Streifen präsent (die übrigens auch schon Muhammed Ali getragen hat), sei es im Fußball, Tennis oder vielen weiteren Bereichen des Sports. Jetzt ist adidas auch vermehrt im Outdoorbereich unterwegs und gibt da richtig Gas.
Als ich zu Besuch in Herzogenaurach war, wo sich der Sitz des Unternehmens befindet, durfte ich adidas mal ganz nah erleben. Ich fühle mich sehr geehrt mit einer so professionellen Firma zusammen zu arbeiten. Ich war wirklich baff, als ich über das Firmengelände geführt wurde. Man kann es sich ungefähr vorstellen wie ein riesiges Campusgelände mit Seen, Volleyball- und Fußballplätzen, einer Kantine und vielen Sportmöglichkeiten sowie ausgefallenen und hochmodernen Bürogebäuden. Selbst ein Stadion ist auf dem Gelände zu finden. Es war wirklich spannend mal die ganze Geschichte von adidas erfahren zu dürfen. Mein persönliches Highlight war durch den „Walk of Fame“ zu gehen, dort tritt man nämlich tatsächlich in die Fußstapfen von David Beckham oder Zinèdine Zidane. Man kann Adi Dasslers Schuhe bewundern, sowie die original Boxhandschuhe Muhammed Alis. Wer will, kann auch versuchen den Weltrekord von 1968 im Weitsprung (8,90m) von Bob Beamon zu überbieten, der auf dem Boden eingezeichnet ist.
Ich freue mich sehr über diese neue Kooperation! Zusammen mit adidas gehe ich in eine neue, hoffentlich gute und erfolgreiche Saison. Ich habe schon viele neue Ideen, die ich zusammen mit adidas angehen werde.
Jetzt kann es losgehen.

Shorty is all in !

Bouldercup Kitzbühel

29-30.04.2011

Am letzten Aprilwochenende fand der zweite deutsche Bouldercup in Kitzbühel statt. Wer jetzt denkt „hää“ deutscher Bouldercup in Kitzbühel, der liegt schon richtig, denn seit einigen Jahren hat der DAV eine Kooperation mit dem Österreichischen und dem Schweizer Kletterverband und veranstaltet in diesem Rahmen länderübergreifende Wettkämpfe.

Unüblich war, dass die Quali ein Tag vorher, also am Freitagabend war.
Am Samstag war dann Halbfinale und Finale. Über den Wettkampf selber gibt es eigentlich relativ wenig zu berichten. Mir lief es durchweg super rein. Die Routenschrauber haben echt richtig gute Arbeit geleistet. Kreativ und anspruchsvoll. Es war von wilden Sprüngen bis hin zur absoluten „höllenmegamonster“ Schieberplatte alles geboten. Im Finale scheiterte ich am letzten Boulder, was aber an dem Ergebnis an sich sowieso durch den Flash von Stefan Danker nichts mehr geändert hätte. Dieser hat dann auch verdient gewonnen. Ich dahinter und auf dem dritten Rang Jonas Baumann.Ich war zum ersten Mal in Kitzbühel beim jährlichen Boulderwettkampf, der jetzt schon in seine fünfte Runde ging und ich muss sagen, es hat echt Spaß gemacht, wenn noch mehr Zuschauer da gewesen wären, wäre es vielleicht noch besser gewesen. Die Moderation war wirklich gut und sehr professionell.
Rund um, ein gelungener Wettbewerb und mit meinem zweiten Platz in der Tasche bin ich auch ziemlich zufrieden.


Zyperntrip 2011

06-11.04.2011

Aufgrund einer Anfrage des zypriotischen Kletterverbandes wurden wir (Erwin und ich) gebeten einen Lehrgang in Nicosia, der Hauptstadt der Mittelmeerinsel durchzuführen. Zypern ist mit ca. 820 000 Bewohnern die größte Insel im Mittelmeer, sie ist in zwei Teile geteilt, ein türkischer und ein zypriotischer Teil. Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern könnte man als extrem angespannt bezeichnen. Der Auftrag von uns war, den Trainern und Betreuern in Zypern eine Grundlage an Trainingswissen und Trainingssystematik zu vermitteln. Wir starteten Mittwochabend von Frankfurt aus über Athen nach Larnaca. Dort angekommen, (halb 1 nachts) wir waren also beide schon ein wenig vom Flug gerädert, trafen wir uns mit Pavlos.
Ich weiß bis heute nicht wie Erwin darauf gekommen ist, dass der langhaarige Typ mit der „schönen“ schwarzen Jogginghose und dem „schönen“ schwarzen Fleecepulli unser Abholer war. Nach einem Verkehrschaos an der Schranke, weil unser Ticket nicht bezahlt war und einem umgefahren Straßenschild, sind wir in unserem Hotel angekommen. Direkt am nächsten Tag begannen wir mit dem Training. Die Jungs waren echt super drauf, hatten Spaß und haben viel gelernt. Zusammen mit Pavlos sind wir dann Samstagabend in ein typisch zypriotisches Restaurant essen gegangen. Ich hab wirklich selten so viel gegessen wie an diesem Abend. Der Koch ist kontinuierlich mit neuen kleinen Tellern voller Fleisch und anderen Köstlichkeiten angekommen. Laut Erwins Zählung waren es samt Nachtisch um die 36 Teller. Ich bin fast geplatzt. Der Koch klopfte mir am Ende noch stolz auf die Schulter.

Mit der ganzen Truppe sind wir Sonntag früh am Morgen raus gefahren um ein wenig draußen zu klettern. Die Fahrt dorthin war schon ein reines Abenteuer. Mit dem Jeep von Pavlos arbeiteten wir uns durch meterhohe Schlammlöcher steil den Abhang hinunter. Der Fels war schön und man hatte einen tollen Blick aufs Meer. Ich konnte zwei Erstbegehungen verbuchen. Die ersten in meiner Karriere. Die eine „Peter Pan“ ist eine 30 Meter hohe, senkrecht Kletterei im Schwierigkeitsgrad 8a+. Die andere eher das Gegenteil, kurz und steil, diese checkt so im Grad 7c+/8a ein. Mit dem Routenname habe ich mich auch gleich auf der Insel verewigt „Shorty‘s First“. Der Wind dort an der Küste fegte so stark zwischen den Felsen durch, dass wir nach ein paar Stunden aufhören mussten, denn Klettern war kaum mehr möglich.
Ein ganz großes Dankeschön gilt Pavlos, der Chef des Kletterverbands in Zypern, an Andreas, der mir die Erstbegehungen dieser Routen geschenkt hat und natürlich an die ganze Mannschaft um Robert aus Südafrika, der uns bei allen Dingen unterstütz hat. Schlussendlich hatten die Zyprioten einen 4 Tageslehrgang bei dem sie sehr viel Neues erfahren haben und super für ihr Training verwenden können. Ich hatte eine gutes Boulder und- Speedtraining (5,36(-:) und zwei Erstbegehungen.

Rund um hatten wir super viel Spaß und der Trip auf die Mittelmeerinsel war ein Erlebnis an das wir uns noch lange erinnern werden.

Sportlerehrung 2011

14.01.2011

Es war wieder mal soweit. Die Sportlerehrung ist jedes Jahr ein fester Termin in meinem Kalender. Regelmäßig werden im Schwäbisch Gmünder Stadtgarten die besten Sportler der Umgebung geehrt. Am Ende der Ehrungen findet auch noch die Wahl zur Sportlerin/Sportler und Mannschaft des Jahres statt. Ich war schon viele Male nominiert doch noch nie wurde ich zum besten Sportler gewählt. Dieses Jahr war das anders. Schick herausgeputzt wie jedes Jahr wurde ich unter großem Beifall als Letzter nach vorne gerufen. Ich habs endlich hingebracht. Sportler des Jahres 2010! Die Veranstaltung war mit vielen Showeinlagen von Turnern, Tänzern und vielem anderen bestückt, was die Sache wirklich sehr unterhaltsam machte. Spät am Abend (ca.1 Uhr) war das Ganze vorbei und ich durfte endlich ins Bett, denn ich war von meiner zweiten Woche bei der Bundeswehr noch ein wenig gerädert. Am Sonntagabend muss ich (Flieger Tauporn) dann wieder in der Kaserne in Dillingen an der Donau antreten.


Sportlerball

Bundeswehr

31.12.2010

Zu aller erst wünsch ich mal ein frohes und gutes neues Jahr. Mit dem Beginn des neuen Jahres beginnt für mich auch die neue Saison und in der will ich wieder richtig durchstarten. Ab morgen bin ich für zwei Monate bei der Bundeswehr in Dillingen an der Donau um dort meinen Grundwehrdienst abzuleisten, anschließend werde ich zur Sportförderkompanie nach Sonthofen versetzt, was mir zu diesem Zeitpunkt erlaubt mich voll auf mein Training zu konzentrieren. Klasse Sache! Ich hoff aber mal dass es nicht zu kalt wird:-) Ich bin auf alle Fälle super motiviert für die kommende Saison.


Deutsche Meisterschaft Leipzig

27.11.2010

Der letzte Wettkampf in der Saison 2010 ist schließlich mit der deutschen Meisterschaft in Leipzig vorbei. Es hat mir wie im letzten Jahr nicht ganz für den Sieg gereicht. Bereits wie in Darmstadt fehlte mir nur ein Hauch zum Sieg und ebenso wie im letzten Jahr lag Markus Hoppe diesen Hauch vorne. Markus konnte die Finalroute Topklettern, während ich beim Abschlussmantle so meine Probleme hatte. Ich berührte noch kurz den Topgriff, was mich wie im Vorjahr zum deutschen Vizemeister machte. Dritter wurde Alexander Megos, der auch am letzten Zug scheiterte. Im Anschluss an das spannende Finale fand noch der letzte deutsche Speedcup statt. Ich denke ein Wort beschreibt diesen Wettbewerb am besten

„Chaos“.

Die neue Zeitmessanlage funktionierte nicht so richtig, denn der Buzzer löste nicht immer aus wenn man drauf geschlagen hatte. Die Schiedsrichter waren jedoch überhaupt nicht einsichtig und behaupteten kurzerhand, die Athleten hätten ihn nicht richtig getroffen. Erst nach mehrfacher Prüfung und vielen weiteren Fehlausslösungen wurde der Wettkampf unterbrochen. Am Ende wurde alles dann doch noch einmal wiederholt und mit 3 verschieden Handystoppuhren gestoppt. Die ganze Aktion ging auch auf die Kosten der Siegerehrung, denn am Ende waren nur noch eine Hand voll Zuschauern da, die den Speedwettkampf mehr oder weniger über sich ergehen ließen. Ich kann es ihnen überhaupt nicht verübeln.
Meine Saison ist mit diesem Wettbewerb nun beendet und ich kann richtig zufrieden auf die Saison 2010 zurückblicken und ich freu mich auch für Markus der es wirklich verdient hat in Leipzig den deutschen Meistertitel einzufahren. Glückwunsch !

Jetzt werd ich erst einmal ein wenig zur Ruhe kommen, ein bisschen Snowboarden gehen und die Feiertage zu Hause verbringen.


Weltcup Kranj

14.11.2010

nach meinem dritten Platz in Huaiji, hatte ich eine ziemlich gute Ausgangsposition für die Top Ten in der Gesamtwertung. Beim letzten Weltcup dieses Jahr in Kranj, Slowenien, machte ich schließlich den Sack zu und hatte mit einem 5. Platz wieder eine Topplatzierung eingefahren. Zusammen mit Erwin, Cordula und Jan sind wir Freitag früh in Mannheim losgefahren. Samstag war dann Quali und Halbfinale. In Kranj ist es üblich, dass das Finale immer am Sonntag ist.

Das Halbfinale lief mir ziemlich gut rein. Es war schon von der ersten Exe an so richtig schwer. Es erwischte auch ziemlich viele Topleute relativ früh, unter anderem David Lama, Patxi Usobiaga und Sachi Anma. Das Finale war ein ähnlicher Routenstyle wie das Halbfinale, was mir ganz gut taugt. Die Halle war wirklich brechend voll und auch das Fernsehen war vor Ort. Das Finale wurde sogar live im slowenischen Fernsehen übertragen.

Jetzt ist die Weltcupsaison vorüber und ich kann richtig zufrieden darauf zurück schauen.
Vier Mal unter den Top Ten und einmal davon auf dem Podest. Im Gesamtweltcup auf dem 9. Platz und somit nächstes Jahr wieder für den A-Kader qualifiziert. Ich bin voll und ganz zufrieden.

Ein großes Dankeschön muss man unbedingt mal an Erwin Marz sagen, denn ohne ihn wäre das nie und nimmer möglich gewesen. Mein Dank geht natürlich auch an den Verband, das Ressort Spitzenbergsport und damit auch verbunden an den Chefbundestrainer Christoph Finkel. Auch bei Georg Hoffmann aus Stuttgart will ich mich bedanken, da er immer mit mir trainiert hat. Danke auch an Cordula Marz, die es immer mit uns ausgehalten hat und uns wirklich köstlich verpflegt hat, wenn wir einen Lehrgang in Darmstadt hatten.
Natürlich auch ein ganz großes Dankeschön an meine Sponsoren ClimbX, Everest und Kollektiv- Sports. Auch ohne meine Eltern wäre die ganze Saison nicht so möglich gewesen.

Danke!

Die Saison ist aber noch nicht ganz zu Ende. Ein Wettkampf kommt noch und auf den bereit ich mich nochmal richtig gut vor. Die deutsche Meisterschaft.
Und die will ich gewinnen!


Marienpflege Ellwangen

09.11.2010

Anfang dieses Jahres bin ich über einen Bekannten angefragt worden, ob ich mir den vorstellen könnte, an einer Veranstaltung der Marienpflege in Ellwangen mitzumachen. Die Marienpflege ist eine Einrichtung für schwer traumatisierte Kinder d.h. Kinder die zu Hause geschlagen werden, drogenabhängige Eltern haben oder stark vernachlässigt werden. Ich überlegte gar nicht lange und sagte zu.

Ein wenig Schade war, dass genau an diesem Termin mein letzter Weltcup in diesem Jahr in Slowenien ist. Nichts desto trotz wollt ich mein Versprechen am Anfang vom Jahr einhalten und etwas dazu beitragen. Ich stellte mich zur Verfügung ein paar Boulderprobleme an der selbstgebauten Kletterwand zu schrauben. Die Wand war echt interessant, sie war in einem leeren Schwimmbad (direkt im Schwimmbecken). Dort war ein wirklich großer, selber eingerichteten Kletterbereich, ein Campusboard, Steckbrett, Klimmzugstange, Strickleiter, zwei Slacklines und viele andere Geräte an denen sich die Kids völlig austoben können. Jetzt haben sie auch noch ein paar neue Boulderprobleme an denen sie sich mal probieren können.

Ich hoffe die Veranstaltung am Wochenende wird ein Erfolg!


Boulderwand Darmstadt

06.11.2010


Der Bundesstützpunkt Darmstadt ist jetzt um eine bombastische Boulderwand reicher.
Bisher war nur ein kleiner Teil der nun echt coolen Wand gebaut worden. Seit ein paar Wochen ist der Erweiterungsbau der Boulderwand endlich fertig.

Es gibt viele Parcours verschiedenster Schwierigkeitsgrade und Anforderungen. Nur so viel, ich hab es nicht geschafft alle an einem Tag zu klettern. Es gibt also auf alle Fälle ein paar ordentliche Dinger, die nicht so leicht und schnell zu knacken sind. Mit Darmstadt und meiner Heimhalle Stuttgart kann ich mich an Trainingsbedingungen nun wirklich nicht beschweren.

Am Sonntag ist die offizielle Eröffnung der neuen Boulderwand.

Christoph Bucher hat hier echt ein Meisterwerk hin gestellt und auch Max Wörner hat hier seine gewohnte Qualität hinterlassen. Er hat die meisten der wirklich sehr kreativen Probleme geschraubt. Zusammen mit der Wettkampfwand gibt es jetzt einen gelungenen Mix aus Boulder- und Kletterwänden.

Ein Besuch lohnt sich also auf alle Fälle.
Ps. Die blauen Boulder haben es wirklich in sich!

Weltcup Huaiji - Platz 3

30.10.2010

Am Freitagmorgen waren zuerst die Damen auf beiden Qualirouten dran und ab Mittag dann die Herren. Ich musste schon als Dritter in der ersten Qualiroute ran, was mich normalerweise auch nicht stört, wenn ich in einer Flashroute eine ordentliche Routendemonstration bekomme (was leider nicht gewährleistet war, sondern lediglich mit einer schlechten Slowmotion Vorführung am Fernseher abgetan wurde).

Trotz dieser Umstände konnte ich die beiden Qualifikationsrouten bis zum Top klettern, was mich in eine gute Ausgangsposition für das Halbfinale brachte. Im Isolationsbereich bekamen wir ein kleines Déjà-vu, als wir die drei Dixi ähnlichen Toilettenhäuschen zu sehen bekamen, allerdings hatten wir es bis zu diesem Tag geschafft diese Dinger zu vermeiden.

Nach der Qualifikation haben wir dann noch den Rest der diesjährigen Weihnachtsgeschenke besorgt und uns schwer beladen wieder auf den 10-minütigen Fußmarsch zurück ins Hotel gemacht. Dieses Mal allerdings zielstrebig und schnell am Buffet vorbei zu unseren eigenen Essensvorräten im Zimmer.

Samstag früh Punkt 8 Uhr stand der Bus zur Abfahrt zur Wettkampfstätte bereit. Nach Isolationsschluss um 9 Uhr begann dann, wie in China gewohnt, diese komische, skurrile, unverständliche und langweilige Eröffnungsfeier. Davon völlig unbeeindruckt starteten wir unser gewohntes Aufwärmprogramm. Das Besondere an der Isolation hier war, dass im Prinzip jeder ein und aus gehen konnte wie er gerade Lust hatte (selbst Autos fuhren mal durch die Iso).

In der Halbfinalroute lief es mir gut rein bis zur großen Schlüsselstelle in der Route, an der sich letztendlich der Finaleinzug entschieden hat. Ohne einen leichten Konzentrationsfehler an dieser Stelle wäre ich bestimmt noch weiter vorne als Platz 6 gelandet. Ich war ziemlich überrascht wie viele andere, die bis dahin gekommen waren, dass diese Höhe noch fürs Finale gereicht hat. Ich war schon ein bisschen gefrustet, doch als Erwin aus der Coachingzone den Daumen hochhielt, war mir klar, dass das mein erster Finaleinzug dieser Saison war. Direkt im Anschluss ans Halbfinale ging es wieder zurück in die Isolation. Bei bestem T-Shirtwetter ca. 22 Grad und herrlichem Sonnenschein konnten wir zunächst eine Weile gut entspannen - schließlich begann das vorletzte Weltcup Finale in diesem Jahr mit den Damen. Für mich war es keine große Überraschung, dass hier Jain Kim aus Korea dieses Finale wieder für sich entschied.

Für Erwin war ich den Nachmittag über wohl etwas zu entspannt was er mir mit erneutem "Kreislauf in Schwung bringen" zum Ausdruck brachte. Das wäre gar nicht notwendig gewesen, denn der kam beim ersten Dixibesuch automatisch wieder in Schwung. Mein großes Ziel dieses Finale zu erreichen hatte ich geschafft und jetzt ging es noch darum, ordentlich zu punkten (ich will ja schließlich in die Top Ten der Gesamtwertung). Selbstverständlich war auch Erwin sehr zufrieden und verließ die Isolation mit der Prognose, heute ist von Platz 6 bis zum Podest alles drin, mach einfach was du kannst, nämlich klettern. Wer Erwin kennt weiß, dass seine Prognosen immer ziemlich genau stimmen. Nach der Besichtigung und so auf die letzte Runde eingestellt ging ich mit einer ordentlichen Ladung Motivation ins Rennen.

Nachdem ich völlig platt aus der Wand gesegelt bin, erreichte ich bis dahin die Bestmarke, was mir schon mal den sicheren 6. Platz bescherte. Beim spannenden Beobachten der noch folgenden Starter stellte sich heraus, dass meine Marke nur noch von Manuel Romain (der zweiter wurde) und Jakob Schubert (Sieger von Huaiji) überboten werden konnte. Ich habe damit nicht nur mein bestes Weltcupergebnis erreicht, sondern auch wieder als 9. eine Platzierung, in den angepeilten Top Ten eingenommen.

In China ist es üblich, dass man nach dem Wettkampf von mehreren hundert Kindern umringt wird um mit ihnen zusammen Fotos zu machen und Autogramme zu verteilen. Nach einer guten Stunde lächeln und Autogramme geben begann schließlich die beeindruckende Siegerehrung.

Noch am selben Abend fuhren wir mit zwei Typen, die sich sicher etwas dazu verdienen wollten und uns von den Organisatoren als Taxi verkauft wurden, zurück nach Guangzhou. Dort brachten sie uns dann direkt zu einem Hotel direkt neben dem Flughafen. Sehr früh am Morgen (5 Uhr) packten wir dann unsere Koffer und machten uns auf die Heimreise.

Dritter Platz, fett!

Anreise zum Weltcup nach Huaiji (Guangzhou)

27.10.2010

Gemäß nach dem Motto, die Weltcupkaravane (gefühlt nur noch die Hälfte davon) zieht weiter.

Voll motiviert starteten wir zu dem zweiten Chinaweltcup nach Huaiji im Südwesten des Landes um die Top Ten im Gesamtweltcup klar zu machen ?. Unsere Begeisterung bezüglich des kommunistischen Staats China hält sich dabei allerdings in Grenzen und deshalb versuchen wir den Aufenthalt hier so kurz wie möglich zu gestalten - wir sind nur 4 Tage in unserem Lieblingsland .Um 12 Uhr am Dienstag ging die zweite große Reise dieses Jahr von Frankfurt aus los. Der Streik bei der Bahn hat die Anreise zum Flughafen auch nicht gerade erleichtert, aber wir haben es geschafft und der Flug (10 Stunden) war eigentlich recht angenehm. Am Pekinger Flughafen fanden wir dann heraus, dass wir schon richtige Chinaprofis sind, denn wir haben innerhalb einer halben Stunde aus- und wieder neu eingecheckt und uns zum Domestic Terminal durchgeschlagen. Wir wussten immer sofort wo‘s hingeht und kannten uns richtig gut aus.

Nach der ersten Verspätung des Tages flogen wir dann weiter nach Guangzhou. Dort wartete schon ein Offizieller der uns mit dem Bus nach Huaiji bringen sollte. Alles lief perfekt bis ich zu Erwin sagte, dass dieses Mal doch wirklich alles glatt lief. Diese Aussage stellte sich als falsch heraus, denn wir waren in China und hier ticken die Uhren anders und so wurden wir auch bald eines besseren belehrt, denn eigentlich sollte der Bus kurze Zeit später abfahren, was er aber nicht tat, er war nämlich nicht da. Alle halbe Stunde kam jemand und sagte der Bus komme in 10 min. Nach 3 1/2 Stunden war er dann endlich da. Laut Plan und Aussage des Fahrers sollte er um die 3 Stunden bis zum Hotel brauchen. Daraus wurde dann allerdings ein 5-stündiger Höllenritt bei Nacht, mit riskanten Überhohlmanövern. Es war schon ziemlich spät, alle waren müde und ziemlich gestresst. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon 28 Stunden unterwegs.

Das Hotelpersonal gab uns dann den Rest. Es dauerte eine weitere Stunde bis wir unser Zimmer belegen konnten. Hinter der internationalen Hotelrezeption standen sechs verwirrte Chinesinnen, die der englischen Sprache ungefähr so viel abringen konnten, wie wir fähig wären den Yeti im Himalaya zu finden (und das auch ohne Halluzinationen prädestinierter Achttausenderbesteiger).
Auch stellte sich uns hier die Frage, warum wir hier mit Euro bezahlen müssen, aus diesem Grund waren die Damen wohl genötigt die Seriennummer jeder Eurobanknote zu notieren.

Das Zimmer war eigentlich in Ordnung (abgesehen davon, dass hier jeder rein und raus kann wann er gerade Lust hat). Wir hatten ein großes Bad mit richtig cooler Dusche (abgesehen vom Schimmel), zwei große Betten (abgesehen von der fragwürdigen Bettwäsche) und einem schönem Wohnzimmer mit Couch (abgesehen von den wohl niemals richtig kleben wollenden Tapeten) und Fernseher (selbstverständlich nur vernebeltes, chinesisches Fernsehen).

Den Donnerstag verbrachten wir mit dem Besichtigen der Wettkampfstätte, sowie dem Isobereich und einer kleinen Shoppingtour durch Huaiji.
Wer denkt Xining ist schon am Ende der Welt, der soll erst mal nach Huaiji (finden) kommen. Überall Dreck und Staub und der Versuch, die Straße zu überqueren, sollte lieber unterlassen werden, denn dort wimmelt es nur so von verrückten Rollerfahrern, die kreuz und quer, wild hupend, durch die Stadt brettern. Das Highlight an diesem Tag war sicherlich eine Zahnarztpraxis am Straßenrand. Ich will gar nicht so viel darüber erzählen. Ich mach einfach morgen ein Foto (Fotogalerie kommt später) und ihr könnt dann selber sehen unter welchen Voraussetzungen/ Zuständen hier die Kauleisten bearbeitet werden.

Apropos kauen, es wurde Zeit, sich demBuffet zu nähern. Mit wenig Hoffnung, aber trotzdem einem latenten Hungergefühl, fanden wir uns kurze Zeit später im Speisesaal des Internationalen Hotels Hoiyat wieder. Ein kurzer Rundgang, um das Buffet, mit dem gewohnt üppigem Angebot an „chinesischen Spezialitäten“ (siehe Text Anreise und Aufenthalt in Xining), hielt unser Hungergefühl deutlich in Schach. Wieder zurück auf dem Zimmer wurde mir einmal mehr bewusst, ich liebe die 5 Minuten Terrine (auch wenn Erwin den Kartoffelsnack von Pfanni bevorzugt).

Einen kleinen Hoffnungsschimmer machte mir mein Trainer Erwin Marz mit einem zumindest reibungslosen Verlauf des Technical Meetings. (siehe Text Anreise Vivaldi Park und Quali Chuncheon unter „Schlimmer geht’s immer“).

Richtfest des Ronald McDonald Hauses

18.10.2010

Vor einigen Wochen wurde ich gefragt ob ich denn Lust hätte an einer Aktion der McDonalds Kinderstiftung mitzumachen. Es geht um das Richtfest des Ronald McDonald Hauses in Tübingen. In dem Haus sollen später die Eltern von schwerkranken Kinder wohnen, während diese in der Kinderklinik neben an behandelt und betreut werden. Im Rahmen des Richtfests soll auch eine kleine Spendenaktion stattfinden. Ich überlegte gar nicht lange (zu dem Zeitpunkt war ich in China unterwegs) und sagte zu, denn ich finde das dass auf jeden Fall eine gute Sache ist, bei der ich natürlich sofort bereit bin etwas dazu beizutragen.

Meine Aufgabe sollte es sein an dem Rohbau des Hauses hochzuklettern. Für jeden gespendete 100 Euro darf ich einen Meter höher klettern. Wie eine Art Spendenfrosch. Frank Böttiger und ich brachten ein paar Tage zuvor noch ein paar Griffe an der doch ziemlich glatten Wand an. Am Tag der Veranstaltung sind dann wirklich viele Menschen gekommen und die Aktion ging reibungslos über die Bühne. Ich musste sogar zweimal klettern den nach zwei Minuten waren so viele Spendengelder eingegangen, dass ich schon oben war. Die Leute hatten denk ich mal ziemlich viel Spaß den, ich glaube so was in der Art gab es bisher noch nicht oft. Man kam auch in Kontakt mit ein paar sehr prominenten Persönlichkeiten wie zum Beispiel Florian König, der die Moderation der Veranstaltung übernahm.

Es war auf jeden Fall eine wirklich gute Aktion, die viele weitere Spenden für eine gute Sache gebracht hat und es hat echt Spaß gemacht.


McDonalds Kinderstiftung

Deutschlandcup Würzburg

16.10.2010

Der Leistungscheck vor den letzten zwei Weltcups in China und in Slowenien ist perfekt gelaufen.

Beim Deutschlandcup in Würzburg, dem einzigenen den ich dieses Jahr mitgemacht habe, konnte ich mich im Superfinale gegen Jan durchsetzen und gewinnen.

Ich muss mich dieses Jahr zum Glück nicht für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren, da ich durch den A-Kader-Status schon vorqualifiziert bin. Deshalb bin ich auch nicht beim ersten Cup in Dornbirn gestartet.

Der DC in Würzburg passte mir jedoch perfekt in den Wettkampfkalender, da nächste Woche wieder ein kleiner, aber ich befürchte doch sehr anstrengender Chinatrip ansteht. Erwin und ich freuen uns schon tierisch darauf.

Der Wettkampf in Würzburg lief bei mir eigentlich durchweg super. Das Publikum war wirklich klasse und es herrschte eine bomben Stimmung. An dieser Stelle muss ich auch mal die Routenbauer loben, die echt nen klasse Job gemacht haben. Ich hab selten ein so spektakuläres Finale geklettert und auch die Qualis waren sehr kreativ und anspruchsvoll.

Am Abend sind wir dann noch ein klein wenig auf die Piste gegangen, beziehungsweise auf ein Boot. Die Disco war nämlich auf einem kleinen Schiffchen auf dem Main, was wirklich sau witzig war.


Weltcup Puurs

25.09.2010

In einer regelrechten Serie an Wettkämpfen kam nun der alljährliche Weltcup in Puurs, in der Nähe von Brüssel. Ich freute mich total drauf, denn bislang hab ich dort immer gute Erfahrungen gemacht.
Uns erwartete mal wieder ein wunderschönes belgisches Wetter, das heißt, es schiffte wie aus Kübeln. Es war nun schon der dritte Außenwettbewerb der im Regen endete. In Puurs macht das jedoch überhaupt nichts, da die kolossale Wand völlig überdacht ist, lediglich die Zuschauer sitzen im Siff, was uns Wettkämpfern zwar nicht gefällt, aber besser ist als wenn wir im Regen hocken (siehe Weltcup Chuncheon).
Der Wettkampf an sich verlief für mich wirklich super. Die beiden Qualis konnte ich eigentlich ganz gut meistern und stand somit als 9. Im Halbfinale, also voll auf Finalkurs. Und genau da sollte auch die Reise im Halbfinale hingehen, doch leider pfuschte mir wieder mal die Vorrunde dazwischen. Ich hatte die gleiche Wertung wie Gauthier nur er war in der Quali ein klein wenig besser, was ihn dann ins Finale brachte und mich auf den doofen 9. Platz. Ist zwar ärgerlich (immerhin schon zum zweiten Mal 9.), aber ich bin wirklich super zufrieden und jetzt bin ich meinem Ziel Top Ten im Weltcup wieder ein klein wenig näher gerückt.
Typisch für den Weltcup ist auf jeden Fall das Bier, welches es dort gibt. Duvel! Die Brauerei ist direkt neben der Wettkampfstätte. Wir haben jedoch schön die Finger davon gelassen, denn in der Vergangenheit hat man schon des Öfteren ganz schlimme Erfahrungen damit gemacht, denn mit 9 Pferdestärken ist das Zeug nicht zu unterschätzen.


Europameisterschaft Imst/Innsbruck

17.09.2010

Direkt im Anschluss an die Jugendweltmeisterschaft ging‘s auch gleich weiter nach Imst zur EM. Nur ein kurzer Zwischenstopp zu Hause, um noch einmal lecker bei Oma zu essen. Gut genährt fuhren Jan und ich gemeinsam von Stuttgart aus nach Imst. Vom Großteil der Fahrt kann ich euch leider nichts berichten, ich hab geschlafen.

Der Wettkampf lief im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut. Ich konnte mich als 12 fürs Halbfinale qualifizieren. Dort passierte mir dann allerdings was ziemlich dummes. Beim Füße umschwingen verfehlten ich einen kleinen Tritt und trat ins Leere. Mal wieder ein ärgerliches Malör. Ich war bis zu diesem Zeitpunkt noch gut unterwegs und fühlte mich seit langem wieder mal so richtig wohl beim klettern. Ein kleiner Fehler und schon war‘s das mit dem Wohlfühlen, denn aus dem Wohlfühlen wurde ziemlich schnell Frust und Ärger.
Der war aber relativ schnell verflogen, denn mit all den Freunden und Bekannte, die zum Zuschauen gekommen waren hatte man einfach sau viel Spaß.

Nächster Stopp wird dann der Weltcup in Puurs sein. Aber dieses Mal ohne Malör.


Edinburgh Jugend-Weltmeisterschaft

12.09.2010

Endlich hat’s geklappt! - Jugend Weltmeister!

Ich konnte die letzte Chance nutzen um Jugendweltmeister zu werden und ich freu mich tierisch. Gemeinsam mit einer kleinen Auswahl des Jugendkaders flogen wir vom Memminger Airport nach Edinburgh in Schottland, wo dieses Jahr die Jugendweltmeisterschaft stattfand. Wir wurden von vielen Leuten erinnert, ja warme Klamotten mit zu nehmen, unter anderem Handschuhe sowie Mützen. Als wir aus dem Flieger ausgestiegen, standen wir im schönen, warmen und sonnigen Schottland, eingepackt wie die Eskimos.

Der Wettkampf an sich war von der Organisation her wirklich klasse, besonders hervorzuheben sind hierbei ganz klar die Moderatoren. Diese Moderatoren hätte man ohne Probleme auch bei Eurosport bringen können. Die Qualifikation und das Halbfinale konnte ich, gemeinsam mit Eric Lopez und Mario Lechner, als Erster beenden.. Diese beiden waren auch mit Abstand die härtesten Konkurrenten um den Weltmeistertitel.

Das Finale war dann mal was ganz anderes, eine senkrechte Platte wurde uns bei der Besichtung vorgesetzt. Die erste Schwierigkeit war überhaupt Griffe zu erkennen und die zweite war, diese Griffe von Tritten zu unterscheiden.

Ich gewann hauchdünn vor Mario Lechner. Anschließend zogen wir alle gemeinsam los um zwei Weltmeistertitel für das deutsche Team zu feiern. Sebastian Halenke gewann ebenfalls.
Nachdem Jan und ich circa zwei Stunden geschlafen hatten, klingelte bereits der Wecker.
Ziemlich gerädert ging’s zum Frühstück (lecker englisches Frühstück, genau das Richtige nach einer solchen Nacht).

Jetzt steht die EM in Innsbruck/Imst an.

Halbfinale und Heimreise

29.08.2010

Um es gleich mal vorwegzunehmen ist dieses Weltcuphalbfinale an Chaos, sowie Unorganisiertheit kaum noch zu überbieten. Nachdem wir zum zweiten Mal die einstündige Anreise zum Wettkampf geschafft hatten, ging‘s auch gleich in die Isolation. Dort herrschten tropische Temperaturen, die denen einer Sauna nur wenig nachstanden. Von draußen hörten wir, dass es mal wieder regnete.

Ich übersah in der Route leider einen wichtigen Tritt und so stand ich ziemlich enttäuscht schneller auf dem Boden als erwartet. Eine kleine Unkonzentriertheit und schon war‘s vorbei. Am Ende kam ein 15. Platz dabei raus, mit dem ich nicht wirklich zufrieden bin. Kurz nach meinem Go begann es dann so heftig zu regnen, dass der Wettkampf unterbrochen werden musste. Déjà-vu. Sowas hatten wir doch schon mal. Jedoch war der Regen in Xining nichts im Vergleich zu dem auf dieser Wettkampfstätte. Auf dem Platz wo eigentlich die Zuschauer stehen sollten, von denen es aber sowieso keine gab, waren Pfützen so groß wie kleine Seen.

Das Verpflegungszelt, worunter sich alle retteten stand in wenigen Minuten fast 10cm unter Wasser. Etwas beängstigend waren die Stromkabel und Steckdosen, die überall herumlagen. Der Regen führte dazu, dass das Damenhalbfinale gecancelled wurde und das von den Herren um 3 Stunden nach hinten geschoben wurde. Die Organisatoren und Verantwortlichen waren hierbei ebenso überfordert wie bei allem anderen auch, was diesen Wettkampf hier betrifft. Am Abend haben wir (Japaner, Österreicher, Koreaner und Franzosen) uns dann in einer kleinen Bar im Vivaldi Park getroffen.

Nach einigen lustigen koreanischen Trinkspielen sind wir dann losgezogen und haben das Hotel ein wenig unsicher gemacht. Zu diesem „Unsicher Machen“ gehörten wilde Rollstuhlrennen, Karussellfahrten, und das lautstarke benutzen sämtlicher Unterhaltungsgerätschaften die zu finden waren.

Tags darauf machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Seoul (ich mit leichten Kopfschmerzen), welches wir dann nach 3 Stunden Busfahrt (endlich mal ein ordentlicher Busfahrer=Wüstling) und zwei Mal Umsteigen reibungslos erreichten. Um circa 16 Uhr waren wir dann in unserem Hotel, beim Incheon International Airport. Den letzten Tag verbrachten wir nur noch mit den Flügen von Seoul nach Peking und von Peking nach Frankfurt. Was alles einwandfrei klappte.

Ich bin total froh nach diesem, doch langem Abenteuertrip endlich wieder daheim zu sein

Anreise Vivaldi Park und Quali Chuncheon

28.08.2010

Nach unserem angenehmen Aufenthalt in Seoul fuhren wir relativ pünktlich um 10 Uhr morgens zusammen mit den meisten anderen Teams per Shuttlebus zum Vivaldi Park. Die laut Ausschreibung, dafür benötigten 90 min wurden zu vier Stunden.

Registration

Zum Glück überließ ich die Registration meinem Trainer. Als ich Erwin gestern fragte, ob er mir hierzu einen Kommentar für meine Homepage abgeben will, war er noch ziemlich sauer und meinte: „Das würde ja ein ganzes Buch geben.“ Heute beschränkt er sich auch folgende Aussage: „Bei all den Weltcups die ich mittlerweile als Trainer oder Betreuer begleitete, habe ich so eine unkoordinierte, unorganisierte, mit wenig Hilfsbereitschaft und verständnislose Anmeldung meiner Athleten noch nicht erlebt.“

Ich glaube mit diesem Statement von Erwin sind die Organisatoren noch ganz gut weggekommen, denn immerhin war er für das was normalerweise 5 min dauert einen ganzen Nachmittag auf Achse.
So kam es dazu, dass wir gerade noch pünktlich um 18 Uhr das zweite Welcomedinner erreicht haben. Der erste Belastungstest dieses abends war ein halbstündiges hämmern (5 koreanische Bongo Trommlerinnen) auf das Trommelfell. Der zweite war eine ca. 30 minütige Vorstellung aller mehr oder weniger wichtigen Offiziellen dieses Weltcups. Der letzte war dann das Buffet selbst (no comment).

Schlimmer geht’s immer! - Technical Meeting

Wohl weislich hab ich mich dies bezüglich wieder meiner Internetkommunikation nach Hause gewidmet, statt Erwin zu begleiten. Das Technical Meeting begann um 20 Uhr (im Hotel) und wir vereinbarten für die Nachbesprechung uns um 21 Uhr (im Zimmer) zu treffen. Um 21:15 begab ich mich dann mal so langsam auf die Suche. Im Foyer kam mir dann Erwin zusammen mit dem Schweizer Trainer Urs Stöcker entgegen. Der Gesichtsausdruck, sowie die Verspätung (so ein Meeting dauert in der Regel max. 15 min.) ließ nichts Gutes verheißen. Erwins Gemütszustand war eine Mischung aus Verzweiflung, Resignation, kleineren Lachanfällen, Frust und immer mal wieder gemixt mit der Aussage „Und Klettern soll Olympisch werden“

Genauer bedeutet das folgendes, die Qualifikation wurde um 2 Stunden nach hinten verschoben (auf Grund des von dem Veranstalter verlangtem Nationeneinmarsch am Abend im Stadion, was einen 14 Stunden Tag bedeutet hätte), damit verbunden natürlich auch alle anderen organisatorische Dinge wie zum Beispiel die einstündigen Shuttlebusfahrten zur Wettkampfstätte Chuncheon, das Frühstück und einiges andere. Natürlich unter Protesten und Diskussionen, die mehr als eine Stunde in Anspruch nahmen. Naja wenigstens kam Erwin mit einer fertigen Startliste für die Quali wieder zurück.

Bevor ich nun zu meinem kurzen Bericht der Quali übergehe, muss ich leider mitteilen, dass die Kommunikation in China noch deutlich besser war. Wir haben in unserem Hotelzimmer weder Internet noch ein Handynetz und selbst die von Erwin gekaufte Telefonkarte konnte uns keinen Kontakt nach Hause ermöglichen. Das heißt der Kontakt zur Außenwelt ist weitestgehend abgeschnitten.

Die Busfahrt zur Wettkampfstätte dauerte mal wieder fast doppelt so lang wie angegeben und unser Busfahrer hatte mit dem Rückwärtsgang zu kämpfen, was dazu führte, dass wir den Bus wechseln mussten. Die Quali fing verspätet an und die Startliste gestaltete sich so, dass es mehr Starter waren als angemeldet und sich dadurch eine völlig neue Startreihenfolge ergab. Dies wurde von einigen Trainern nur unter Protest akzeptiert.
Die Qualis liefen ganz gut, jedoch nicht optimal. Dennoch konnte ich sicher als 16ter die nächste Runde (das Halbfinale) erreichen. Der sportliche Teil des ersten Wettkampftages endete ca. um 16.30 Uhr. Ab jetzt war wieder einmal warten angesagt (etwa 3 Stunden), bevor es zum großen Einmarsch der Eröffnungsfeier (Leisure Games) ins Stadion ging. Daraus wurde zwar ein etwas unkoordinierter Einlauf aller Athleten (leider ohne die sich ins Halbfinale qualifizierten Japaner, was zu einigem Unmut anderer Athleten führte), entwickelte sich allerdings im Lauf des Abends relativ positiv. Begleitet mit dem tosenden Beifall von geschätzten 10.000 Fans, Fahnenträgern, feierlichen Eröffnungsansprachen und Feuerwerken wurden wir begeistert begrüßt und gefeiert.

Als wir dann endlich um 22.00 Uhr wieder zurück im Hotel waren, nach einem anstrengenden 12-Stunden-Tag waren wir platt. Kurz reflektieren, nächsten Tag Planen, Duschen und ab ins Bett!
In den vergangenen Tagen hab ich des Öfteren den Satz gehört „Die Athleten und Coaches haben dies und das zu tun, wenn Klettern olympisch werden soll“.

Mein Statement dazu: „Versucht erst einmal die Athleten olympisch zu behandeln und ihnen ein olympisches Umfeld zu bereiten, denn ich glaube kaum das sich ein Usain Bolt oder ein Michael Phelbs sich solche Zustände zumuten lassen würden! Wer anfängt an Olympia zu denken muss erst mal die Organisation auf eine professionelle Ebene wie die bei den olympischen Spielen bringen. Meiner Meinung nach ist auch ein Reglement dazu da sich daran zu halten und dieses nicht nach eigenem Ermessen ständig zu verändern.

Das positive an dem heutigen Tag war, dass ich im Halbfinale bin und dass alle anderen Teams mit denselben Umständen klar kommen mussten.

Aufenthalt in Seoul

26.08.2010

Unser Tatendrang entsprach zwar nicht der gewohnten Motivation, wie wir es von der Wettkampfvorbereitung gewohnt sind, aber dennoch starteten wir an unserem Restday voller Erwartungen Seoul zu erkunden. Meine Laune war an diesem Tag ziemlich im Keller. Auf einer Skala von 1-10 (1 ist ganz miserabel) bei 0,78.

Der Erkundungstrip begann mit dem gewohnt kompliziertem Suchen der nächsten U-Bahn Station, die wir allerdings schon nach einer halben Stunde erreicht haben. Nach einer weiteren halben Stunde jagten wir im Zick Zack durch den Untergrund von Seoul von einer U-Bahn Linie zur nächsten. Ich denke wir haben einige, mehr oder weniger interessante Stationen (leider nur Untertage) gesehen, allerdings nicht unser eigentliches Ziel erreicht. Jetzt kam der Einwurf von Erwin“ So geht‘s nicht weiter“. Wir wollen ja schließlich etwas sehen von der uns mittlerweile bekannt gewordenen 23 Millionen Metropole (wenn man das Umfeld ähnlich dem des Ruhrpotts vergleicht.)

Deshalb fanden wir uns fünf Minuten später wieder im Taxi. Eins haben Taxi und U-Bahn gemeinsam, man sitz ähnlich wie in einem Tiefkühlfach wenigsten aber trocken. So steuerten wir unter monsunartigen Regenfällen und dampfsaunaähnlichen Temperaturen unserem ersten Sightseeing Highlight zu. Wir hatten Glück, Punktlandung in Gyeongbokgung. Dies ist ein alter, im Jahre 1395 erbauter koreanischer Palast aus der Joseon Dynastie, der bis zum Ende des 17. Jahrhunderts als Residenz des Königreichs diente. Es ist schon bemerkenswert, auch wenn man bedenkt, dass dieser Palast so gut wie zerstört war, die Koreaner diesen wieder weitestgehend restauriert haben.

Auf einer Fläche von etlichen tausend Quadratmeter (und Seoul bietet sowieso nicht genügend Platz für sämtliche Einwohner) besichtigten wir unter anderem neu gestaltete, historische Palastgebäude, eine überdimensionale Parkanlage mit See und vielen anderen Sehenswürdigkeiten.

Als wir nach 2 Stunden nicht einmal die Hälfte dieser Sehenswürdigkeit erforscht haben, beschlossen wir in Anguk eine eher moderne Einkaufstraße namens Insadong zu besuchen. Hier präsentierten sich uns zahlreiche Antiquitäten, Souvenirs, sowie traditionell koreanische Kunstgegenstände. Wir konnten dem Angebot nicht widerstehen einige Souvenirs für zu Hause einzukaufen. Nach einem kurzen Snack (Starbucks) steuerten wir, die uns von Kim Jaha empfohlene Metropolregion an. Unglaublich !Wer denkt er hätte zu Hause genug von „Jesus liebt dich“, „Zeugen Jehovas“ oder anderen Aposteln, der sollte sich nur mal eine Stunde Zeit nehmen und das ganze Prozedere über Verstärker und Lautsprecheranlagen in koreanischen Fußgängerzonen (natürlich in der Landessprache) anzuhören. Interessant, war auch die Kundenakquise.

Vergleichbar mit den Marktschreiern auf dem Hamburger Fischmarkt, versuchten dort hübsche Koreanerinnen mit Geschenkartikeln, lautstark über Headsets die Kundschaft in den entsprechenden Shop zu locken (Die angepriesenen Geschenke gibt es allerdings nur wenn man etwas kauft). Ein wenig stolz waren wir schon, diese circa 3 Kilometer lange Prozedur, ohne auch nur in einem einzigen Shop gewesen zu sein zu überstehen. Zwischenzeitlich rätselten wir ein wenig, wann diese Art der Kundenwerbung in Deutschland eingeführt wird.

Auf dem Rückweg zum Hotel, haben wir noch im Vorbeifahren einige interessante, mehr oder weniger fragwürdige Attraktionen gesehen (das erste Mal, dass uns ein Taxifahrer auf Englisch einige Dinge erklären konnte). Erwin war lediglich ein wenig entsetzt, als er ihn mit den Worten „Ich liebe dich“ verabschiedete.

Heute begannen wir den Tag mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet (erstmalig während dieses Asientrips). Für 10 Euro und ohne Kaffee. Frisch gestärkt und wieder motiviert (auf meiner Skala schon fast ne 8) begaben wir uns wieder in die North Face Kletterhalle, um meinen Anforderungen der Trainingsvorbereitung für den am Samstag anstehenden Weltcup in Chuncheon gerecht zu werden. Was ich auch nach ca. 3 ½ Std. ordentlichem Training (auf gar keinen Fall zu wenig aber auch nicht zu viel) genau so empfunden habe. Im Anschluss daran hatten wir mal wieder einige organisatorische Dinge zu klären und fuhren unter erneut monsunartigen Regenfällen zurück ins Hotel.

Zuletzt die heutige Wettervorhersage für die 3 Wettkampftage:

- Samstag (Quali, leichter Regen, dürfte also klappen).
- Sonntag (Halbfinale, 90% Niederschlagssicherheit.
- Montag (Finale, gleicht dem Sonntag)

Der Weltcup in Chuncheon findet draußen statt. Ohje, good luck! Morgen um 9 Uhr reist der ganze Weltcupzirkus weiter nach Chuncheon.

Aufenthalt in Seoul

24.08.2010

Durchaus vergleichbar mit einem Pokerturnier entpuppt sich unser Aufenthalt in Seoul. Wie schnell sich doch kurz vor dem Resignieren ein „Blatt“ wieder zum positiven wenden kann…

Seit drei Tagen konnten wir das erste Mal wieder so richtig ausschlafen, hatten ein reichhaltiges Abendbuffet (die 12 Euro war uns das Wert) und am nächsten Morgen sogar ein annähernd gewohntes Frühstück mit Cappuccino und Brot. Wir fühlen uns wohl, sind einigermaßen erholt und der Tatendrang kehrt langsam wieder zurück!

Erwin hat schon wieder alles organisiert und so ist es auch kein Wunder das ich mich mittlerweile schon beim zweiten Training in der Northface Kletterhalle befinde. Ein wenig seltsam ist lediglich dass diese Halle erst ab dem viertem Stockwerk beginnt (darunter befinden sich der Northface Store, Konferenzräume, sowie die Geschäftsetagen).Die Halle ist trotzdem 13 Meter hoch und bietet ordentliche Bouldermöglichkeiten und mit viel Phantasie auch etwas zum Routenklettern (und wer meinen Trainer kennt, der weiß, dass da genug Phantasie vorhanden ist).Im direkt neben der Halle zugänglichem Fitnessraum war zunächst Aufwärmtraining angesagt (ich bin mal gespannt wie sich die Kreativität meines Trainers morgen anfühlt). Danach kam Obligatorisch die Meldung: Mach dich jetzt mal ca. 15 bis 20 Minuten mit Bouldern warm. Ok, kein Problem, aber kurz bevor ich zu meinem gewohnten Rhythmus gefunden habe kam schon wieder die nächste Ansage: Zieh deinen Gurt an, ich habe einen optimalen Trainingspartner für Dich gefunden! Wen? Adam Ondra! WEN!? Jetzt zick nicht rum und gib Gas!! Da fühlt man sich ja schon ein wenig unter Druck, aber wer Erwin kennt und weiß wie fordernd der schaun kann, der beugt sich dem Schicksal!

Allerdings muss ich zugeben dass es eine gute Trainingseinheit war. Wir haben uns gegenseitig Routen definiert und dabei einige echt harte Probleme lösen können (natürlich immer unter ständiger Beobachtung von Erwin). Nach zwei und einer halben Stunde waren wir platt und bevor es zum nächsten Termin, dem Northface Welcomedinner ging, musste ich noch eine Ausdaureinheit zum Besten geben. Es hat sich gelohnt, ich bin platt und habe ein gutes Gefühl (und sogar Erwin ist zufrieden!)

Ich konnte mir allerdings nicht verkneifen, zu fragen, was hast du eigentlich während dessen (außer mich zu beobachten) gemacht? Die spontane Antwort von Erwin: Ich habe den Rest von unserem Aufenthalt organisiert. Um 19.00 Uhr Dinner bei North Face, spätestens um halb 11 Uhr im Hotel, morgen ab 10.00 Uhr Sightseeing in Seoul (bis ca. 18.00 Uhr) mit alten und historischen Plätzen in der Umgebung, danach Grundlagenausdaur an der Wand, Donnertag noch einmal Training in der Northface Halle (mit wem auch immer), dann (Freitag) Anreise zur Wettkampfstätte mit dem Shuttlebus, Technical Meeting usw. und so fort. Auch die Heimreise ist so gut wie unter Dach und Fach. Noch Fragen?! Alles Klar, dafür ist er auch schließlich zuständig. Mir ist allerdings nicht entgangen dass sich Erwin sehr gut mit Kim Jaha versteht (ehemals guter Wettkampfkletterer, der Erwin hin und wieder in Deutschland besucht hat). Nicht nur auf Erwins Wunsch hin möchte ich mich hier an dieser Stelle für die außerordentliche Hilfsbereitschaft von Jaha bedanken!

Northface Dinner

Das ist schnell erklärt. Etliche Ansprachen (die zum Teil recht unverständlich waren, wegen der sogenannten Sprachbarriere). Aber die Gastgeber haben es nicht versäumt eine Gedenkminute für, die kürzlich verstorbene Cloe Graftiaux einzuräumen. Ein wenig politisch unkorrekt begrüßt (nur wir deutschen per Handschlag, die anderen leider nicht) ging es recht bald zu dem schmackhaften Buffet über. Auch die Tatsache, dass nicht alle Kletterer von Nothface gesponsort werden, konnte den Gastgeber nicht abhalten uns allen (Manager, Trainer, Athleten) ein Präsent in Form von Taschen und T-Shirts zu überreichen. Spätestens als uns andere Nationen zu wilden Papierfliegerschlachten und Kampftrinken provoziert haben kam die Meldung von Erwin, es ist kurz vor halb 11!

Ich bin mal gespannt was morgen auf mich zukommt!


Halbfinale Xining und Weiterreise nach Seoul

22.08.2010


Nach der total verregneten und abgesagten Qualifikation, sah es am Morgen des Halbfinales schon bedeutend besser aus. Sogar die Sonne kam raus und es waren wirklich angenehme Bedingungen. Auch mein Auge war wieder einigermaßen sehfähig, zwar ziemlich Blutunterlaufen, aber es stellte für mich keine Behinderung dar.

Das Halbfinale war mal ein richtiges Brett, es ging über eine senkrechte Strukturplatte und man kann sagen, das fühlte sich mal so richtig unangenehm an. Trotzdem konnte ich relativ gut darüber hinweg klettern, im Gegensatz zu manch anderen. Beim fürs Finale entscheidenden Zug (ein „gehalten anstatt dem Minus bei der Wertung hätte gereicht) fiel ich dann wie Ramon und Manuel Romain, leider raus. Wir drei teilten uns dann den undankbarsten Platz von allen, den Neunten. Nichts desto trotz, bin ich damit zufrieden auch wenn‘s nicht fürs Finale gereicht hat. Mit 37 Punkten bin ich jetzt gleich mal auf den 13. Platz in der Weltcupgesamtwertung vorgerückt und somit wieder voll auf Top Ten Kurs.

Anzumerken wären einige Hygienische Zustände die in Isolation herrschten. Die Toiletten bestanden aus drei oder vier Dixi Klo ähnlichen Häuschen, die (Entschuldigt die Wortwahl) völlig zugekackt waren. Das Klo an sich war eigentlich einfach ein Loch auf dem sich die Geschäfte 20 cm hoch auftürmten und jeder der einmal dort war, musste sich entweder übergeben, was in den Klos nicht mehr viel ausmachte oder gegen den Würgereiz ankämpfen. Den Gestank der dort herrschte will ich nicht mehr näher beschreiben. Abschließend hab ich mir (und noch viele andere Athleten, Teammanager und Trainer) die Frage gestellt, warum die Verantwortlichen (Organisatoren, Ifsc Members und Delegates ) eine derartige Weltcupveranstaltung durchführen wollen.

Vom Regen in die Traufe

Nach einer ganzen Woche in Xining freuten wir uns wie die kleinen Kinder, dass wir endlich dort rauskommen. Die Reise nach Seoul ging relativ schnell rum und wir genehmigten uns in Peking sogar noch unser erste richtige Mahlzeit seit einer ganzen Woche (Baba Gump Shrimps und undefinierbares Fleisch mit Baumrinde ähnlichem Gemüse). In Seoul ging dann der große Trouble los, als hätten wir ja noch nicht genug durchgemacht. Nach knapp 2 stündiger Busfahrt standen wir mitten in einer Stadt von 12 Millionen Einwohnern. Ohne wirklichen Plan versuchten wir uns zu unserem Hotel durchzufragen, was sich als unmöglich darstellte, denn Englisch können die noch weniger gut als Fußball spielen.

Nach 2 stündiger Wanderschaft führte uns ein Angestellter des North Face Shops in eine Seitengasse. Der Anblick dieser Umgebung machte uns nicht gerade Hoffnung auf ein schickes, gemütliches Hotelzimmer. Es kam wie erwartet, eine kleine stinkende, gammlige und versiffte dampfsaunaartige Dunkelkammer! Es herrschte sowieso schon eine derartige Hitze in Seoul, dass die Klamotten völlig durchgeschwitzt waren, doch da drin kam es einem noch viel schlimmer vor. Es war uns unmöglich hier die erste Nacht zu verbringen. Wir packten also die nötigsten Sachen ins Handgepäck und gingen auf Hotelsuche. Zwei Stunden und 5 ähnlich hässliche Hotels später, beschlossen wir (ziemlich deprimiert) ins Holiday Inn einzuchecken, was definitiv die richtige Entscheidung war. Hier wird Englisch gesprochen, wir haben ein sauberes Zimmer und das aller Beste, hier gibt es einen Bäcker.

Die nächsten fünf Tage werden wir mit viel Training und vielleicht ein bisschen Sightseeing verbringen.

Akklimatisierung erfolgreich abgeschlossen

19.08.2010

Dies bedeutet im Klartext: Um 8 Uhr frühstücken(Lauchsuppe und Nudeln in Rahmsauce von zu Hause, ein Liter Wasser) und danach direkt zum Wettkampfgelände. Hier erlebten wir die erste Überraschung des Tages, der Jury Präsident hat uns eindringlich gebeten uns auf dem ganzen Wettkampfgelände wohl zu fühlen, die Routen zu besichtigen und sämtliche Boulder und Aufwärmflächen als Training zu nützen. Aufgrund dieser klaren Ansage starteten wir das erste Training mit Gymnastik, gefolgt von unserem bewährten Bouldertraining.

Hierbei stellte ich sehr schnell fest, dass wir uns ja in ca. 2350 Metern Höhe befinden was teilweise einen akuten Sauerstoffmangel nach sich zog. Erwin sagte mir das bereits voraus, war deswegen wenig überrascht und schickte mich deswegen umgehend auf die gegenüberliegende Laufbahn, die ich erst wieder nach einer gefühlten Stunde, mit einigen Zwischenspurts verlassen durfte. Anschließend machten wir es uns in der Sonne bequem und studierten die Wettkampfrouten. Zufrieden mit dem Verlauf dieses Vormittags waren wir um Punkt 13 Uhr am Mittagsbuffet.

Das wir hier ausschließlich weißen Reis gegessen haben brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Frisch gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg nach Xining-Downtown, wobei uns mittlerweile folgendes aufgefallen ist: Die Chinesen bewegen sich mit circa 60 Km/h, fünfspurig, ohne Verkehrsregeln, Stoßstange an Stoßstange, mit einem Hupkonzert(Vergleichbar dem einer billigen deutschen Hochzeit) von A nach B.

Mülltrennung scheint hier ein Fremdwort zu sein, denn die gibt es einfach nicht. Was sich der eine entledigt kann der nächste schon wieder verwerten, deswegen brauchen die hier auch keine gelben Säcke. Bis auf wenige Ausnahmen (einige Gebetsstätten) ist die Architektur absolute langweilig. Interessant und abenteuerlich ist lediglich die Bauweise. Das wäre ein gefundenes Fressen für ein deutsches Gewerbeaufsichtsamt.

Sehr positiv ist die chinesische Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft, was darüber hinaus in gewissen Situationen durchaus sehr anstrengend sein kann. Ein absolutes Muss in China ist die abenteuerliche Teilnahme einer Ganzkörpermassage. Was sich zunächst mit einem entspannten Wohlbefinden (Fußmassage) anlässt, endet mit wohlgezielten Kung Fu Schlägen, vergleichbar dem des Schnitzelklopfens in einer gutbürgerlichen deutschen Küche. Die Organisation hier verlangt ständige Aufmerksamkeit, denn das einzige was bis jetzt sicher war ist, dass alles irgendwann geändert wird. Jetzt gehts zum Technical Meeting und wir sind gespannt auf die Qualirunde am nächsten Morgen.

Am nächsten Morgen begann dann das große Chaos. Es regnete wie aus Kübeln, nichts desto trotz wurde die Qualirunde gestartet. Bemerkenswert ist wieder einmal die organisatorische Meisterleistung der Chinesen, die nach circa 2 Stunden Dauerregen anfingen Planen über der Aufwärmwand zu spannen. Zwischen Wasserfällen und nassen Griffen gelang mir in der ersten Quali ein Top minus. Dieselbe Höhe hatten auch alle anderen starken Kletterer. Zwischen den beiden Routen wurde ich dann unfreiwillig zu Boden gestreckt, als eine äußerst rücksichtsvolle Chinesin schwungvoll ihren riesigen Regenschirm aufspannte und mir die Ecke direkt ins Auge stach. Jetzt hab ich ein schönes dickes Veilchen. Es bahnte sich also ein Blindflug in der zweiten Quali an. Diese wurde dann auf Grund des zu starken Regens abgebrochen, womit alle zufrieden waren. Was jedoch ganz und gar nicht Ok war, ist dass der Jury Präsident es den anderen Wettkämpfern gestattet die zweite Route freiwillig zu klettern, was einen Regelverstoß darstellt, denn es ist nicht erlaubt außerhalb des Wettkampfes an der Wettkampfwand zu klettern.

Die Qualifikation fließt auf Grund der Absage nicht in die Wertung ein, was bedeutet, dass morgen nach dem aktuellen Worldranking im Halbfinale gestartet wird.


Anreise und Aufenthalt in Xining

18.08.2010


Zusammen mit meinem Trainer, Erwin Marz, werde ich Euch über die Reise, den Aufenthalt sowie über die beiden Weltcups in Xining und Chuncheon auf dem Laufenden halten.

Unser Trip startete am Montag um 18.00 Uhr am Frankfurter Flughafen. Nach dem voraussichtlich letztem „normalem Essen“ und der Verabschiedung von Erwins Frau Cordula (die uns freundlicher Weise zum Flughafen begleitet hat) flogen wir zunächst etwas holprig nach München. Unser Pilot bekam von uns den Spitznamen „Kleiner Wüstling“. Von dort ging es nach 2 Stunden Aufenthalt direkt weiter nach Peking. Dieser Flug stellte sich erst später als der absolut angenehmste heraus, denn jetzt ging unser Abenteuer erst richtig los.

Inlandsflug von Peking nach Xining!

15 Minuten vor der geplanten Landung fiel dem Piloten ein, dass in Xining ja ein Unwetter tobt und man dort auf keinen Fall landen könne. Wir mussten also auf einen anderen Flughafen, etwas entfernt von Xining (ca. 350 km Luftlinie) ausweichen. Jetzt ging das große Warten los. Erst im Flugzeug dann im Gate und nach 2 Stunden Warten wieder in der Boing 737–800. Die Gesellschaft beschloss trotz des Unwetters weiter zu fliegen und den Versuch einer Landung in Xining zu wagen.

Wie man sieht, haben wir‘s ja überlebt, obwohl es die mit Abstand schlimmste Landung war die ich je durchgemacht habe. In diesem Fall war der Pilot eher ein großer Wüstling! Ein wenig erholt von diesem Schreck und einer freundlichen Begrüßung des Offiziellen vor Ort ging es dann wenigstens recht flott ins Hotel. Unser Zimmer für die nächsten 5 Tage ist sicher nicht mit dem europäischem Standard vergleichbar, aber für chinesische Provinzverhältnisse wirklich in Ordnung.

Nach mittlerweile 30stündiger Anreise und so gut wie keinem Schlaf, übermannte uns recht bald die Müdigkeit, sodass wir erst in Früh die unzähligen Moskitostiche bemerkten. Im Gegensatz zum Vorabend präsentierte sich das Wetter heute Vormittag als deutlich freundlicher, was wir sofort zum Anlass nahmen eine kleine Sightseeing-Tour zu starten, mit dem Ziel etwas zum Frühstücken zu ergattern. Spätestens jetzt stellte sich heraus, dass wir wohl weislich genügend Essensvorräte aus der Heimat mitgenommen haben um den kulinarischen Köstlichkeiten in der Provinz Quinghai weitestgehend zu entkommen.

Auf unserem Besuch des wohl größten Essensmarktes in Xining, präsentierten sich uns Dinge die dass des europäischem Vorstellungsvermögens eines Gaumenschmaußes bei weitem übersteigen. Gepaart mit dem entsprechendem Gestank erwarteten uns hier gegrillte Schlangen, halbtote Fische, Tierpenise, undefinierbare Fleischreste, Fliegen übersätes Grillfleisch, ekelerregendes Gefieder und etlichen unbekannte Raritäten, die wir hier nicht im Detail beschreiben wollen.

Nichts wie weg! Wir einigten uns also schnell die Nahrungssuche auf Schalenobst, zum Beispiel Bananen, Orangen und ähnliches sowie Wasser zu konzentrieren.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir auf einem sogenannten Fakemarkt, um nach einigen Mitbringseln Ausschau zu halten.

Allerdings beginnt ab jetzt wieder der Ernst unseres eigentlichen Aufenthaltes, den wir nun mit Akklimatisierung und einem leichten Training beginnen werden.


Deutscher Boulder- und Speedcup Überlingen

07.08.2010

Weil es vor den Weltcups in Asien optimal ins Training passt, habe ich mal wieder einen Abstecher zu den anderen Disziplinen gemacht. Tagsüber bei Kaiserwetter an der Landungsbrücke bouldern - das ist einfach super. Die Quali lief wirklich gut und ich konnte in knapp 15 Minuten alle 4 Boulder flashen.

Das Halbfinale war da schon von ganz anderem Kaliber und ich musste mich mächtig anstrengen, damit ich überhaupt 2 Boulder toppen konnte. Aber auch die anderen taten sich schwer und so führte ich sogar vor dem Finale.

Das Finale war dann wirklich hart für mich. Ich hatte mit meinem Trainer Erwin Marz vereinbart, dass ich immer den ersten Go ganz konzentriert angehe und wenn es dann nicht zum Top reicht wird "angerannt". Das sollte zeigen, ob meine Substanz für die anstehenden Leed-Weltcups gut genug ist. Ich bin also angerannt wie ein Verrückter, weil ich nur einen Boulder flashen konnte. Aber alle taten sich schwer und so war es mit Stefan ein Kopf an Kopf Rennen das er knapp für sich entscheiden konnte.

Am Abend gab es dann noch eine Schnellkrafteinheit - danach war ich so kaputt, dass ich jetzt 2 Tage Pause brauche. Aber mit einem Sieg im Speed und neuem Deutschen Rekord hab ich mir auch einen zusätzlichen Ruhetag verdient :-)

Also Jungs - 5,66 Sekunden sind zu knacken. ;-)


Weltcup Chamonix

13.07.2010

Leider ist mir der Start in die Weltcupsaison dieses Jahr nicht so gut geglückt wie im Letzten.
Mit einem 28 Platz bin ich alles andere als zufrieden, aber ich bin optimistisch, dass es dieses Jahr trotzdem ähnliche oder gar besser Ergebnisse geben wird wie letztes Jahr. Ich denke schon, dass ich noch ein Stück weit fitter bin als letztes Jahr, jedoch kann ja auch nicht jeder Wettkampf optimal laufen.

Bei Alexander Megos lief es super, er konnte beide Qualirouten toppen und hatte im Halbfinale einen ordentlichen Go. Bei ihm kam am Ende ein guter 15. Platz raus.

Ich bin auf alle Fälle super motiviert für die kommenden Weltcups!!!


Weltcup Chamonix

Challenge the wall

4-6.03.2010
Nach dem riesigen Erfolg im letzten Jahr, gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Challenge the Wall Tour. Ich war bei den drei ersten Terminen dabei. Beim Auftakt in München, in Darmstadt und wie letztes Jahr schon, in meiner Heimhalle in Stuttgart. Alle drei Hallen waren hammermäßig gut besucht und die Stimmung war überall einfach geil. Es war echt mal was anderes als bei einem Weltcup, hier stand ganz klar der Spaß und die Show im Vordergrund, was beim Publikum auch super ankam.

Es hat einfach super Spaß gemacht, mit einem Amateurpartner gemeinsam als Team einen Wettkampf zu bestreiten. Eine super Sache !


Challenge the wall

Foto: Johannes Traub

ISPO Bouldercup

07.02.2010

Die erste Station des deutschen Bouldercups, war wie jedes Jahr auf der weltgrößten Sportmesse in München. Meine Saison ging wie die letzte schon ganz gut los, denn ich konnte meine ersten deutschen Bouldercup gewinnen, obwohl ich mich im Moment voll im Aufbau für die kommende Weltcupsaison befinde.
Vor einem zahlreich erschienenen Publikum, bot sich ein total spannendes Finale.
Beim letzten Boulder wurde es dann etwas chaotisch, denn ich konnte ihn zwar flashen, doch als ich runter kam, sagte die Schiedsrichterin ich hätte die Matte am zweiten Zug berührt, was auch stimmte, doch da sie mich bei sowas normalerweise sofort runter pfeifen muss hab ich gedacht es geht klar. Also versuchte ich‘s erneut, aber es wollte einfach nicht mehr klappen. Unter einem tobenden Publikum versuchte ich den Boulder 4 immer und immer wieder, aber es ging nicht mehr.

Das Publikum war einfach der Hammer!!!

Zum Glück reichte es dann aber noch für Platz eins und ich bin wirklich happy. Ein wirklich großes Lob geht auch an die Routenbauer, sie haben einen hervorragenden Job gemacht und durch ihre spektakulären Boulder wurde der Wettkampf zu einem riesengroßen Event.


Sportlerehrung 2010

15.01.2010

Wie jedes Jahr werden am zweiten Januar Wochenende die Sportler und Sportlerinnen des Jahres in Schwäbisch Gmünd gewählt. Außerdem steht auch noch die Mannschaft des Jahres zur Wahl.
Sehr erfreulich war, dass ziemlich viele von uns, also von der Sektion Schwäbisch Gmünd geehrt wurde. Obwohl es ja absolut nicht mein Ding ist, schick im Anzug da rumzuhüpfen, war es schlussendlich doch ganz witzig. Dieses Jahr war es so organisiert, dass die erwachsenen Spitzensportler separat geehrt wurden.
Nico Schrag, Max Wörner und ich wurden auch als Mannschaft geehrt, da wir die deutsche Sektionenwertung gewonnen haben. Mich hat es auch tierisch gefreut, dass auch Jürgen Müller von der Sektion Schwäbisch Gmünd anwesend war um sich das Spektakel anzuschauen.
Es war schließlich ein sehr langer Abend, mit vielen Reden, Showeinlagen und Ehrungen.
Für den Sportler des Jahres hat es leider nicht gereicht, aber das macht mir überhaupt nix ;-)


Deutsche Meisterschaft

28.11.2009

Der letzte Saisonhöhepunkt rückte näher. Die deutsche Meisterschaft!
Ich war richtig motiviert und freute mich schon tierisch darauf, weil die Halle in Darmstadt einfach klasse ist und es ist ja auch irgendwie ein Art Heimspiel.
Die Qualifikation lief erste Sahne. Einmal die Kante hoch schrubben und sich voll durch die Platte rauschieben. Ich war schlussendlich Führender nach der Quali, was bedeutete, dass ich als letzter aus der Isolation komm. Da kommen Erinnerungen an Heilbronn auf, aber dieses Mal war‘s anders. Ich freute mich sogar richtig in die Finalroute einzusteigen.
Es lief auch echt super aber an dem entscheidendem Zug hat Markus Hoppe einfach die Nase vorn. Somit kam bei mir der zweite Platz raus. Deutscher Vizemeister ? Super Saisonabschluss. Ich freute mich riesig für‘n Markus, weil er einfach in den vergangenen Jahren oft Pech gehabt und jetzt hat er mal richtig einen reingesetzt. Glückwünsch!!!

Die Saison ist rum und ich genieß jetzt erst mal die Winterpause das heißt bisschen Snowboarden gehen und einfach mal nix tun. Aber ich werd aber auf alle Fälle weiter Berichte schreiben, dann halt nicht vom klettern, sondern vom Snowboarden oder von anderen Sachen.


Weltcup Kranj

14.11.2009

Die Weltcupsaison ging mit dem letzten Weltcup in Kranj zu Ende und das deutsche Team war mit einem größeren Team am Start als sonst. Die Qualis liefen nicht so gut, aber ich konnte mich zum Glück noch fürs Halbfinal qualifizieren.

Im Halbfinale hatte ich dann schon ein besseres Gefühl. Ich hab schon beim aufwärmen gemerkt das heute was geht. Die Route lief mir super rein und ich bin mit meiner Höhe echt zufrieden gewesen. Das es nicht ganz fürs Finale gereicht hat, war zwar bisschen ärgerlich aber es fehlte nur ein einziger Zug.
Ich bin jetzt im Gesamtweltcup auf dem 8. Platz

Mein Jahresziel hab ich erreicht und ich bin echt super happy


Weltcup Brno

07.11.2009

Der vorletzte Weltcup ist vorbei und ich denk mit meiner Platzierung dürfte die Top Ten im Gesamtweltcup sicher sein. In Brno rückten mal wieder die üblichen Verdächtigen Jule Jan und ich an. Marcel Dippon war auch mit am Start und kletterte zum ersten Mal beim Weltcup mit.
Ich konnte eigentlich durchweg eine gute Leistung zeigen, ich kam mit 11 anderen als erster ins Halbfinale und als dritter dann ins Finale, im Finale konnte ich im Vergleich zu den letzten Finals endlich mal zeigen was ich kann. Die Route lief mir ziemlich gut rein, bis mir an einer ziemlich wackligen Stelle, beim klippen der Fuß von einer Struktur weggerutscht ist und ich mich mit einem Monster Sturz verabschiedet hab. Ehrlichgesagt hätte ich im ersten Moment nicht mit einem vierten Platz gerechnet. Jakob Schubert konnte mit einer wirklich krassen Vorstellung seinen ersten Weltcup gewinnen. Bei den anderen Deutschen lief es nicht so gut, Jule wurde 17. Jan 32. und Marcel 49.
Ich entschuldige mich wenn in dem Bericht ein paar grammatikalische Fehler drin sind, denn ich hab den Text nach einer ordentlichen Feier, mit drei Stunden Schlaf und einem ganz schönen Schädel geschrieben. ;-) ;-)
Bilder vom Wettkampf gibt’s demnächst in meiner Galerie.


Deutschlandcup Leipzig

10.10.2009

Jetzt hat‘s endlich geklappt. Ich hab meinen ersten Deutschlandcup gewonnen. Nach einem super schweren Finale konnte ich mich knapp in Führung setzten. Direkt nach meinem Go durfte ich mich aufs Leaderbänkchen setzten. Das war eine Premiere beim Deutschlandcup. Es funktioniert wie beim Skirennen, der Führende darf sich hinsetzten bis er abgelöst wird. Zum Glück durfte ich bis zum Ende sitzen bleiben. :-)

Der Sieg gibt mir ein super Gefühl für Brno, Kranj, die letzten beiden Weltcups,
und natürlich für die deutsche Meisterschaft

Weltcup Puurs

26.09.2009

Die Weltcupsaison nimmt ihren Lauf.
Dieses Wochenende war der vierte Weltcup dieses Jahr. Er fand wie fast jedes Jahr in Puurs, Belgien statt. Ich bin mit einem super Gefühl hingefahren, unteranderem wegen meiner letztjährigen Ergebnisse dort.

Zusammen mit Erwin bin ich mit dem Zug angereist. Das heißt, total entspannt im ICE sitzen, bisschen aus dem Fester schauen und zwischen durch noch bisschen Blödsinn labbern wie zum Beispiel in Köln, „Wo ist den hier die komische Kirche, die ist aber nich so groß“ :-)

Der Wettkampf lief super, ich bin als Neunter ins Halbfinale eingezogen, also voll auf Finalkurs. Cool war auch das seitlangem mal wieder das komplette deutsche Team im Halbfinale war. Die Halbfinalroute war ziemlich hart. Es gab nicht eine Topbegehung. Schließlich fehlte mir genau ein Plus von dem Griff den ich Minus hatte fürs Finale. Trotzdem bin ich echt happy über das Ergebnis.

Elfter Platz- gibt super Punkte und ich bin immer noch in den Top Ten.

Rockmasters

06.09.2009

Direkt nach der Jugend WM traf sich ein erlesenes Teilnehmerfeld in Arco. Die Veranstalter stellen jedes Jahr ein Feld aus den Besten der Welt und einigen interessanten Newcomern zusammen.

Es ist eine riesen Ehre da starten zu dürfen und so war es auch keine Schande, dass ich da „nur“ 12. geworden bin. Das Ergebnis setzt sich aus dem Ergebnis der Onsight Route und der Afterwork Route zusammen. Die Afterwork Route war echt ein Brett. Beim ausbouldern, hatten alle ziemliche Schwierigkeiten, jedoch beim Wettkampf selber liefs bei allen besser als erwartet.
Ich war Gesundheitlich ein bisschen angeschlagen. Vielleicht hat das ein bisschen mit dazu beigetragen, dass es im Onsight nicht so gut lief. Ich war eigentlich gut unterwegs, aber plötzlich hatte ich so dicke Arme, dass ich mich früher als erwartet auf dem Boden wiederfand.

Arco ist auf alle Fälle ein geiler Event und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder dabei sein darf.


Jugend WM Valence

29.08.2009

Nach meinen Weltcups in Chamonix, Barcelona und Imst, hab ich mal wieder einen kleinen Abstecher in die Jugend gemacht. Am Dienstag ging die Reise zur diesjährigen Jugend WM nach Valence in Frankreich los.

Es ging reibungslos bis ins Finale. Dort hab ich, wie ein paar andere eine Struktur falsch erwischt und musste der Schwerkraft nachgeben. Es waren nur 3 Züge zum Weltmeistertitel, aber eine Chance habe ich ja noch. Schlussendlich erreichte ich den 4. Platz.

Die After Contest Party haben wir unabhängig vom Veranstalter kurzfristig um einen Tag vorverlegt. Nachdem sich ungefähr 30 Leute bei uns im Hotelzimmer eingefunden haben, ging die Reise durch die Innenstadt los. Nach einer Stunde waren es nicht mehr 30, sondern um die 100 Athleten, die eine ganze Kneipe leergetrunken und den Barkeeper zum verzweifeln gebracht haben. Anschließend gab es eine 2 stündige Wanderung quer durch die Stadt.

War echt sau witzig.;-)


Weltcup Imst

22.08.2009

Mein Weltcupbericht von Imst ist kurz und bündig.

Die Qualis liefen eigentlich ganz ok, sodass ich als 13. das Halbfinale erreichte. Beim Aufwärmen hatte ich eigentlich ein super Gefühl. In der Route hat mich dann ein ziemlich blöder Zug aus der Bahn geworfen. Schlussendlich bin ich 16. geworden.

Ich war zwar schon bisschen stinkig, aber über was ich mich echt gefreut hab ist, dass es bei Jan endlich mal geklappt hat.

Die Party war zwar nicht so der Burner, aber zwei ältere Herren, die schon „leicht“ einen in der Birne hatten, hatten keine Hemmungen sich die Klamotten vom Leib zu reißen und quer durch die kletterhalle zu feuern. Danach sind sie in Boxershort auf die Tanzfläche. Was alle zum grölen gebracht hat. Ich glaub, es hat 5 Sekunden gedauert bis sie alleine auf der Tanzfläche waren. ?

Als nächstes steht die Jugend WM an und direkt im Anschluss dann das legendäre Rockmaster, wo ich dieses Jahr wieder eingeladen bin.

So long


Weltcup Barcelona

09.08.2009

Der zweite Streich hat genau so gut geklappt wie der Erste.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten in den Qualis, bin ich als 24. noch gerade so ins Halbfinale gekommen. Immer mit dem Ziel Finale vor Augen, habe ich als dritter Starter gleich mal ne richtig ordentliche Höhe vorgelegt, welche mich als sechsten ins Finale gebracht hat.

Ich habe mich ja schon riesig gefreut, dass ich das Halbfinale überlebt habe. Das war gar nicht so selbstverständlich, denn die Sicherer waren nicht wirklich fit in ihrem Handwerk. Eine Polin wurde so hart gesichert, dass sie sich wahrscheinlich das Handgelenk gebrochen hat. Danach wurde sie auf einer Trage quer durch die Isolation geschoben. Abschreckung pur.

Dort wieder dasselbe Spiel wie in Chamonix. Achter Platz. Nur dieses Mal hab ich die Route etwas falsch gelesen. Shit happens. Achter Platz! Ich bin vollauf zufrieden und auf Top Ten-Kurs im Gesamtweltcup sind wir noch allemal. In zwei Wochen geht’s nach Imst auf den Weltcup. Da werden die Karten wieder komplett anders gemischt sein.

Ich bin gespannt.


Outdoor 2009

19.07.2009

Direkt im Anschluss von Chamonix bin ich mit Erwin zur Outdoor- Messe nach Friedrichshafen gefahren. Unser Job war, die Routen für den internationalen Speedwettkampf und alles andere zu schrauben.

Von Dienstag bis Freitag hieß es schaffe schaffe und am Samstag auch, da war nämlich Wettkampf angesagt.

Gesponsert von Vaude und Edelrid fand im Rahmen der Messe ein Speedwettkampf mit internationaler Besetzung statt. Mein Ziel war, den deutschen Rekord zu brechen, der lag vorher bei 6,32. Das hab ich auch geschafft, ich bin zwar "nur" vierter geworden, hab aber den deutschen Rekord gebrochen. Ein kleines Taschengeld hab ich ja auch noch dazu gekriegt.

Jetzt gilt es die 6 Sekundenmarke zu brechen ;-)

Weltcup Chamonix

12./13.07.2009

Erster Weltcup 2009 - und gleich ins Finale!

Am Dienstag sind wir aus China zurück gekommen, so gab es nur ein kurzes Gastspiel daheim und schon ging es wieder los. Chamonix ist für mich schon ein besonderer Wettkampf. Erstens gibt es super viele Zuschauer und außerdem ist das Starterfeld extrem gut weil die Franzosen mit Kompaniestärke antreten dürfen.

Die Qualifikation war wie bei der WM im Flashmodus - und auch wenn ich das nicht so super finde - im Moment läuft es mir ganz gut rein! Ich konnte beide Routen Top klettern und mich so sicher fürs Halbfinale qualifizieren.

Dort hatte ich dann auch im Onsight Modus einen guten Go und konnte eine gute Höhe vorlegen. Trotzdem hatte ich zunächst nicht damit gerechnet, dass es für das Finale der besten 8 reichen würde. Am Ende war es aber dann sogar der fünfte Platz und damit die erste Finalteilnahme.

Das Finale war dann aber nicht nach meinem Geschmack. Das war von unten an so knüppelhart geschraubt! Ich glaub ich hab an der 5ten Exe das erste mal geatmet… und dann bin ich auch schon abgegangen.

Egal - für mich zählt das Finale und mit dem 8ten Platz kann ich gut leben….. was aber nicht bedeutet, dass es nicht noch weiter nach vorne gehen soll.


World Championship Qinghai 2009

30.06.-05.07.2009

Am 26.Juni war endlich Start in die internationale Wettkampfsaison 2009.
Da mein Ziel dieses Jahr ganz klar auf dem Gesamtweltcup liegt, konnte ich ganz entspannt nach China zur Weltmeisterschaft fliegen und mal schauen wo ich so steh und wie sich herausgestellt hat, steh ich ganz gut. ;-)

Alle Athleten waren in einem Hotel untergebracht, was teils gut und teils schlecht war.
Gut war, dass die Stimmung und die Atmosphäre echt top war und es echt richtig viel Spaß gemacht hat mit den anderen Nationen eine ganze Woche unter einem Dach zu wohnen - schlecht war, dass sich eine regelrechte Welle an Magendarmerkrankungen verbreitet hatte.
Bekannt waren um die 80 Fälle an Magenschmerzen, Durchfall usw. Auch das deutsche Team war betroffen. Ich bin als einziger von der „Seuche“ verschont geblieben.

Nach 3-4 Tagen der Akklimatisierung ging’s endlich zum Wettkampf. Es gab zum ersten Mal, (nach dem Test in Imst letztes Jahr), eine Flash Quali d.h. 2 Qualifikationsouten im Flash.
In der Ersten hatte ich schwer mit Nervosität und Atemproblemen zu kämpfen, da Qinghai doch recht hoch liegt (2300 Meter). Nach einem Top in der Zweiten war jedoch klar, dass ich ins Halbfinale einziehen werde. Ich freute mich riesig, da im Halbfinale echt alles drin ist. Was sich dann auch zeigte.

Im Halbfinale kam ich recht weit, doch dann rutschte mir im entscheidenden Moment der Fuß, so dass ich das Finale um 1,5 Züge verpasste. Nicht so schlimm, ich weiß jetzt, dass der Einzug ins Finale möglich ist und es dieses Jahr mit etwas mehr Glück noch weit nach vorne gehen kann. Ich bin mit meinem 14. Platzt richtig zufrieden.

China ist immer wieder ein richtig cooles Erlebnis.
Man sieht Dinge, die man einfach nicht für möglich hält, unter anderem zum Thema Essen. Mal abgesehen von Hühnerfüßen, Hunden, Katzen und alles anderem, was kreucht und fleucht, was mir in den letzten Jahren alles untergekommen ist , ist mir jetzt bekannt, dass Schlangen im Schnaps etwas völlig Normales sind.

Bilder gibt’s auf alle Fälle. Geknipst vom Cheffotograf und Vize-Test-Weltmeister Peter Würth

Jetzt gilt aber erst mal der Fokus auf Chamonix!
Vielleicht geht’s ja schon dort nächste Woche ins Finale? *träum*



Swiss Cup Lenzburg und Deutschlandcup Kempten

06. und 13.06.2009
In den vergangenen zwei Wochen standen zwei Wettkämpfe an.
Als erstes rockte das deutsche Team mal den Swiss Cup in Lenzburg. Die Qualifikation lief im Großen und Ganzen super und wenn die „Gast-Quote“ im Finale nicht wär, wären alle deutschen im Finale gewesen.
So durften nur Jan Hojer, Marcel Dippon, Christian Bindhammer und ich bei den Herren ins Finale.
Bei den Damen waren es Ines Dull und Juliane Wurm.
Mein Final-Go war (da muss ich mal mal selber loben) echt richtig gut. ;-) Leider war das Vorrundenergebnis von Christian besser, so dass er schlussendlich gewann.

Eine Woche später war der Deutschlandcup in Kempten.
Zu dem sag ich nicht viel ;-)
Nur kurz, Quali gut, Finale schlecht!



Sieg beim Shanghai Rockmaster

2/3 Mai 2009
Jule und ich wurden eingeladen am Shanghai Rockmasters teilzunehmen das logischer Weise in Shanghai statt findet. Abflug war am 29.April, nach circa 11 Stunden Flug mussten wir noch den ganzen Tag über die Runden bringen, da es ja besser ist wenn man sich gleich an die Ortszeit gewöhnt. Was macht man denn alles so in Shanghai? Unser Tagesablauf sah folgendermaßen aus: Shoppen, Fitnessstudio, Schwimmen, Massage, "Essen"

Essen? stellte sich als ein kleines Problem heraus, weil es teilweise des übelste war, was ich je gesehen habe....

Am Samstag war Wettkampf angesagt. Es lief eigentlich alles ganz gut und ich fühlte mich fit, was ich auch in der Route unter Beweis stellen konnte. Jule hatte eine unmotivierte Phase in der Tour, aber fragt sie am besten selber. *grins* Schlussendlich war ich mit Sachi Anma zusammen Zweiter in der ersten Route, hinter Patxi Usobiaga. Jule war fünfte. Kurz nach dem Ende der ersten Route brach das totale Chaos aus, es regnete wie aus Kübeln. Es wurde arg daran gezweifelt ob die zweite Route am nächsten Tag überhaupt noch geklettert wird.

Am nächsten Morgen war zwar alles nass und kalt und es tropfte aus der Wand, aber der Routenbauer Jacky Godoffe meinte die Route sei einigermaßen kletterbar. Ich hätte nie gedacht, dass ich an diesem Tag um den Sieg mitklettern würde, doch es lief einfach obergeil! Ich konnte bis kurz unter das Top klettern bis mir der Fuß weggerutsch ist und so führte ich bis dahin. Jetzt kam nur noch Patxi und als dieser an einem nassen Griff abrutschte, stand es fest, ich hatte gewonnen! Ich fand es jedoch trotzdem schade das Patxi wegen einer so blöden Sache rausgefallen ist. Aber natürlich war es für mich einfach super geil. Jule wurde im Gesamten 5., jedoch ganz knapp hinter Platz 3 und 4.

Nach 1-2 Stunden Modellstehen für kleine chinesische Mädels erreichten wir unser Hotel, wo wir uns erst mal 2 volle Stunden massieren ließen

Es war ein echt toller Wettkampf und ein super Erlebnis und ich hoffe dass ich nächstes Jahr wieder eingeladen werde.

Führerschein und eine 8b im Sack

März 2009
Am Mittwoch der 18.März war?s endlich soweit. Ich beendete mein Lebensprojekt- Führerschein. Und das schon nach nur knappen 11 Monaten. Ich muss zugeben ich hab mir ETWAS Zeit gelassen. Nach knappen 20 Minuten Fahrprüfung kriegte ich endlich den Lappen in die Hand gedrückt, noch kurz ne Unterschrift und ab ging?s.

Zwei Tage zuvor hab ich mir ein kleines, nettes Auto gekauft. Einen 1er Golf Cabrio. Man muss ja auch nach was auschauen, wenn man im Klettergebiet oder vor der Kletterhalle vorfährt ;-) Jetzt hat das lästige Zugfahren endlich ein Ende.

Ich denke mal dass man mich jetzt auch etwas öfters am Fels sieht, wobei mein Fokus ganz klar auf der Weltcup Saison 2009 liegt. Ich hoff aber, dass ich Ab und Zu etwas Zeit finde um ein bisschen raus zu gehen. Apropos raus gehen, ich war am Wochenende mit Jan Hojer in der Pfalz. Nachdem wir den harten und langen Zustieg gemeistert haben, konnten wir beide die Route Mekka(8b) punkten. Das ganze dauerte unerwartet kurz, denn ich konnte sie im zweiten und Jan im fünften Versuch klettern. Vor unserem zweiten Ziel dem Jubiläumsriss(6a+) haben wir uns jedoch beide gedrückt bzw. gefürchtet.
Feiglinge halt !!!

Challenge the wall

13.Februar 2009
Am Freitag den 13. Februar ging?s im Kletterzentrum Stuttgart ab wie Schmitzkatz. Überall hingen Plakate und Poster, denn es fand einer der größten Events im Kletterzentrum statt den es seit der Eröffnung im Jahr 2005.gab. ?Challenge the wall!!! ?
Die Top Athleten aus Österreich, David Lama, Kilian Fischhuber, Anna Stöhr und Angela Eiter kamen um 14 Uhr nachmittags an.
Dann gab?s erst mal lecker essen und anschließend bisschen gemeinsames klettern. Um 20 Uhr wurd?s dann ernst.
Am Ende des Wettkampfes rufte Red Bull eine riesen Party aus, wobei ich sagen muss, dass das Klettervolk nicht unbedingt die Partymenschen sind. Was bisschen schade ist.

Trotz meiner anfänglich unmotivierten Haltung zu dem Wettkampf muss ich mal ganz ehrlich zugeben, es war einer, wenn nicht der geilste Wettkampf den ich bisher geklettert bin. Es waren um die 700 Zuschauer da, die sich echt die Kehle aus dem Leib geschrieen haben. Egal ob Profi oder Amateur es war einfach ne bomben Stimmung.
Meiner Meinung nach braucht der Klettersport mehr von solchen Events, denn der trockene Wettkampfmodus gehört schon lange der Vergangenheit an

Action wollen die Leute sehen!

Challenge the wall

European Championship Paris 2008

15.-18. Oktober 2008
Mit einem kleinen aber feinen Team rückten wir in Paris bei der Europameisterschaft an.

Zwei Boulderer (Jonas und Nathalie) und zwei Leadkletterer (Juliane und ich). Als Betreuer war Christoph Finkel dabei. Bei den Boulderern war es echt ärgerlich, sie flogen beide schon in der Quali raus. Jetzt lag's an uns. Jule und ich konnten uns Gott sei Dank sicher fürs Halbfinale qualifizieren. Ich hatte endlich das Gefühl das es mal ans Finale rangehen könnte. Das Gefühl hat mich nicht getäuscht. Es lief alles super und ich konnte mich endlich in die Top Ten einreihen. Ich wurde 10. was mir gezeigt hat, dass das Finale nicht mehr weit weg ist. Jule hatte einen genau so guten Go und wurde starke 11.

Rockmaster 2008

06/07. Semptember 2008
Kurz nach meiner Ankunft von Sydney ging's auch gleich schon weiter.

Ich wurde zum legendären Rockmasters eingeladen was mich echt tierisch gefreut hat. Mir blieben nur zwei Tage zum Entspannen dann ging's auch schon ab nach Arco an den Gardasee. Begleitet von meinen Freunden und meiner Familie hatte ich richtig viel Spaß. Mein einziges Ziel war, nicht letzter zu werden was aber auch keine Schande gewesen wäre. Ich wollte mich einfach nicht unter Wert verkaufen was mir auch gelungen ist. Letztendlich wurde ich 8. Sieger war dieses Jahr das Geburtstagskind Patxi Usobiaga.

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